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"Mein Weg zum Film startete in der Video AG in der Schule"

Das Nachwuchsfilmfestival abgedreht feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Der Regisseur Maik Lüdemann ist mit seinem Film „Lukas taucht“ dabei und hat uns davon erzählt, wie er diesen aufwändigen Film realisiert hat. Sein Film läuft am Donnerstag, 13.12.18,  um 18 Uhr.

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Maik, 24 Jahre jung und komme aus Hamburg. Dieses Jahr habe ich mein Film und Fernsehstudium beendet und arbeite nun als freier Regisseur.

Mit welchem Film bist du beim abgedreht dabei und worum gehts?

Ich habe den Film "Lukas taucht" eingereicht, bei dem ich zusammen mit Max Ahrens Regie geführt habe. In dem Film geht es um den 24-jähriges Lukas der mit der Veränderung in seinem Umfeld klar kommen muss. Sein bester Freund zieht in eine andere Stadt, seine beste Freundin weigert sich, ihn zu lieben und sein Job in der Kinderabenteuerhalle geht flöten. Lukas versucht, die Risse in seiner Welt zu fixieren aber die Nähte wollen nicht halten. Er muss kreativ werden. Einige misslungene Haschdeals, Tinderexperimente, romantische Tagträume und verzweifelte Liebesbekundungen später steht er dann vor den Trümmern seines neuen Eigenheims.

Erzähl uns etwas über den Hintergrund des Films.

"Lukas taucht" ist das zweite Projekt, das ich mit Max zusammen umgesetzt habe. Wir saßen 2016 hinten im Garten unserer WG und haben über Themen gesprochen, die uns bewegen und die wir im Film aufarbeiten wollen. Gemeinsam haben wir die Story gefunden und Max hat das Drehbuch verfasst. Mittels Crowdfunding haben wir ein bisschen Geld zusammenbekommen und das restliche Budget aus eigener Tasche gezahlt. Max und ich haben uns im Studium an der Medienakademie in Hamburg kennengelernt. Zusammen mit anderen Kommilitonen, Freunden und Bekannten haben wir 11 Tage gedreht. Da das Budget nicht reichte, haben wir unter anderem in unser Wohnung gedreht, welche wir extra gestrichen und hergerichtet haben. Die tollen Schauspieler haben wir gecastet und teilweise aus unserem vorigen Film mit übernommen. Viele Firmen und Unternehmer aus unserem Dunstkreis haben uns ebenfalls mit Beistellungen geholfen.

Wie wichtig ist es für dich, deinen Film beim abgedreht vor Publikum vorzustellen?

Für uns ist es natürlich extrem wichtig, unseren Film einem Publikum zu zeigen. Die Screenings sind für mich immer sehr aufregend, da ich auf die Reaktionen der Zuschauer achte und hoffe, dass die Geschichte und die Gags funktionieren. Es ist toll, dass wir auf dem abgedreht in Hamburg laufen, da so auch Freunde, Bekannte und Crew den Film wieder auf einer großen Leinwand sehen können.

Wenn du an deinen bisherigen Weg als Filmemacher zurückdenkst, was hat dich da besonders vorangebracht?

Mein Weg zum Film startete wahrscheinlich in der Video AG in der Schule. Wir hatten einen sehr entspannten Kursleiter, der mir die Materie gut vermittelte. Dank der Schulleitung und anderer Lehrer konnte ich mich als Schulfotograf und -filmer schon früh ausprobieren um festzustellen, dass ich genau das einmal beruflich machen möchte. Ich hatte und habe immer noch das Glück, dass meine Eltern voll und ganz hinter mir stehen und mich immer supporten. Auch meine Freunde haben mich motiviert und mir ermöglich zu drehen, da ich sie früher immer vor die Kamera gestellt habe. Im Studium hatten wir auch einige coole Dozenten, die einem Mut gemacht haben. Am meisten bringen einen aber das FilmeMACHEN voran. Drehen, drehen, drehen. Fehler machen, daraus lernen und weiter Filme machen. Nur so kann man besser werden. Ein bisschen Glück gehört aber auch immer dazu.

Was hättest du dir als Unterstützung auf deinem Weg als Filmemacher noch gewünscht?

Tatsächlich bin ich ziemlich zufrieden mit meinem Weg. Hilfreich wäre jedoch eine finanzielle Unterstützung bei unseren Projekten. Es gibt zwar die Filmförderungen, die sind jedoch eher für große Projekte und dazu als regionale Wirtschaftsförderung anzusehen. Es gibt kleine Förderstellen, doch die findet man nicht so leicht. Selbst wenn man fündig wird, werden gefühlt nur bestimmte Themen ausgewählt. Dramen, Tragödien und Krimis haben es nach meinem Empfinden deutlich leichter als unterhaltsame Filme. Der Einstieg in die Branche erfordert insgesamt einen sehr langen Atem und finanziell sieht es in den ersten Jahren wirklich mies aus. Es wäre wirklich cool, wenn es für diese Phase Fördertöpfe gäbe, sodass man seine gesamte Crew mit mehr als nur Pizza und Dankesworten bezahlen kann.

Wie geht's bei dir weiter, planst du gerade weitere Filmprojekte, willst du dich im Film-Bereich weiter professionalisieren?

Für mich und Max geht es selbstverständlich weiter. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für unseren weiteren Weg. Ein Masterstudium im Regiebereich wäre spannend. Wenn das nicht klappt, ist das aber auch nicht wild. Wir planen gerade unser erstes Langfilmprojekt und zeitgleich baue ich meine kleine Filmproduktion Nashorn Filmhaus KG auf. Neben Fiktion mache ich auch gerne Werbespots und nachdem ich eine große Doku auf dem Mittelmeer gedreht habe, interessiert mich auch das Genre sehr stark. Also auf jeden Fall geht es weiter! ;-)

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei abgedreht!

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