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Hamburger Filmschaffende beim internationalen Film Festival up and coming: Lisa Zielke

Vom 23. bis 26. November 2017 findet das 14. Internationale Film Festival Hannover statt. Insgesamt werden 167 Filme aus 38 Ländern gezeigt. Mit dabei sind auch Filmschaffende aus Hamburg. Das Mediennetz Hamburg hat mit einigen von ihnen gesprochen - über das Filmemachen, Filmfestivals und ihren Weg.

Stell dich doch mal kurz vor, wer bist du und was machst du?

Ich bin Lisa, 27 Jahre, Filmemacherin und Sängerin ('Lisita'). Ich lebe momentan in Köln, studiere dort an der KHM mit Schwerpunkt Film und verbringe grade viel Zeit mit Singworkshops geben, Gärtnern,Kochen, Filmemachen, Singen, Tanzen und in der Welt Herumgondeln!

Mit welchem Film bist du beim up and coming dabei und worum gehts?

"Mach Sauber - Guaia Guaia" – ein Musikvideo, oder genauer: eine gesellschaftskritische Musikkomödie, in dem eine weiße und eine schwarze Familie sich gegen Monster verbünden müssen!

Erzähl uns etwas über den Hintergrund des Films. 

Ich hatte von der Band Guaia Guaia einige Videos gesehen und fand die Jungs ziemlich cool, also hab ich sie angeschrieben und prompt ist ein supernetter Kontakt daraus entstanden. Sie machen zwar inzwischen nicht mehr aktiv Musik zusammen, sondern nur noch Elias Gottstein alleine (auch sehr empfehlenswert!), aber hatten zum Glück nichts dagegen, dass ich ihre coole Musik trotzdem mit einem geilen Video bereichere. :) Ich hatte Förderung von 2.000 Euro bekommen und selbst noch mal etwa 500 investiert – sehr billig produziert für die entstandene Qualität. Es war ein supercooler Dreh und richtig gute Stimmung am Set an den zwei Drehtagen in der Berliner Waldschule.

Wie wichtig ist es für dich, deinen Film beim uac vor Publikum vorzustellen? 

Ich bin superfroh, es endlich mal zum up-and-coming geschafft zu haben, da ich da schon seit Jahren hin wollte und es nicht einfach ist, kaum ein deutsches Nachwuchsfilmfestival hat so viele Einreichungen! Also, eine große Ehre, und ein absolutes Muss, da persönlich vor Ort zu sein! Für den konkreten Film wurde ich jetzt schon oft interviewt, das reizt mich also nicht mehr explizit so sehr wie Diskussionen über neuere Filme von mir, aber es ist immer noch toll Rückmeldung dazu zu bekommen – und Fragen beantworte ich sowieso gerne.

Wenn du an deinen bisherigen Weg als Filmemacherin zurückdenkst, was hat dich da besonders vorangebracht? 

Definitiv großartig für mich war die Film- und Medien-Nachwuchsförderung Rheinland-Pfalz, die ich dank meinem Filmwissenschaftsstudium in Mainz nutzen konnte, und ich hab immer sehr viel vom Austausch mit anderen FilmemacherInnen gezogen. Ich glaube, am meisten hat mir aber geholfen, mit Teammitgliedern zu arbeiten, die mehr Ahnung und Erfahrung haben als ich. Kameraleute, Licht und Schauspiel, da hab ich immer am allermeisten gelernt, live am Set mit handfesten Tipps. Außerdem waren auch viele Fehler von mir die besten Lernerfahrungen!

Uns interessiert, woran du im Bereich der Medien-/Filmförderung teilgenommen hast. 

Ich habe mir das meiste von meinem filmischen Know-How selbst beigebracht oder in Zusammenarbeit gelernt. An Filmfestivals hab ich schon sehr oft teilgenommen, auch schon als Jury z. B. letztes Jahr bei der Werkstatt der Jungen Filmszene in Wiesbaden, das war richtig gut und hilfreich. Allein schon die Einblicke in die tausenden von Ideen, die andere Leute haben, haben mich immer sehr weitergebracht und angeregt. 

Was hättest du dir als Unterstützung auf deinem Weg als Filmemacherin noch gewünscht?

Ich hätte mir manchmal noch mehr Support gewünscht in Sachen freies Denken, weg von Konventionen, hin zu eigenen Ideen, Wünschen, dem eigenen Interesse. Wirklich nur das zu verfolgen, was mich so richtig essentiell fasziniert. Da habe ich mich doch oft von gängigen Schemata prägen lassen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich mich wenig um Fortbildung wie Kurse oder Gruppen bemüht habe, da ich auch erst spät mit Film angefangen habe – etwa mit 20 erst so richtig. Jugendangebote in der Schule etc. sind ja schon früher dran und die würde ich auch jedem immer empfehlen – so viel ausprobieren, wie es nur geht! Inzwischen gebe ich selbst gelegentlich Filmworkshops für Jugendliche oder Kinder.

Wie geht's bei dir weiter, planst du gerade weitere Filmprojekte, willst du dich weiter professionalisieren im Bereich Film?

Bei mir ist immer ein Filmprojekt in Planung, grade eine Story um eine hiphoptanzende deutsche Muslima, mal sehen wohin es damit noch weitergeht. ;) Auf einem professionellen Weg sehe ich mich bereits, aber ich sehe auch, dass es im Film einiges gibt, was mich auch sehr anstrengt, und ich andere Lebensbereiche noch mehr ausbauen will, daher geht es gerade auch viel in Richtung Singen und Singworkshopleitung, was ich sehr liebe. Aber ganz loslassen werde ich das Filmen wohl nie – und freue mich, da immer persönlicher, spannender und authentischer zu werden mit der Zeit.

Vielen Dank für das Interview!