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Menschenmenge vor Leinwand

Premiere to go

Das Projekt MobileMovie macht den urbanen Raum zur Leinwand für selbst gedrehte Handy-Filme von Schüler/innen

Ein klirrend kalter Märzabend in der Hamburger Innenstadt. Vor der Europapassage wartet eine Menschentraube. Auf dem Bürgersteig stehen ein silberner Koffer mit technischem Equipment, ein Beamer und zwei Lautsprecher. Mehr braucht es nicht, um Filme mobil zu machen: Es ist die diesjährige Premiere des Handyfilm-Projekts MobileMovie, das seit 2010 Bilder und seine Zuschauer in Bewegung setzt.

Gezeigt werden die besten Resultate des Projekts MobileMovie aus dem Schuljahr 2012/2013. Mitgewirkt haben insgesamt 300 Schüler/innen aus Hamburg und Schleswig Holstein der Jahrgangsstufen 9 bis 13. Begleitet von Medienpädagog/innen und ihren Lehrer/innen produzierten sie 80 Handyclips, in denen sie neue und ungewöhnliche Perspektiven auf urbane Räume einnehmen. Die Clips entstanden als Teil des Unterrichtsfachs Kunst an 11 Hamburger und Schlesig-Holsteiner Schulen.

Der Medienpädagoge Andreas Hedrich und der Kunstlehrer Klaus Küchmeister übernehmen die Moderation des Abends, der die Teilnehmer/innen an sechs Orte in der Hamburger Innenstadt führt: An jeder Station werden bis zu fünf Filme von Mitarbeiter/innen des Vereins A Wall Is A Screen projiziert, das die Veranstalter jaf (Verein für medienpädagogische Praxis) und LI (Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung) unterstützt.

Vom Startpunkt Mönckebergstraße laufen die Teilnehmer/innen, darunter auch Schüler/innen und Lehrer/innen der beteiligten Klassen, zu den nächsten Stationen. Alle sind passend zum Inhalt der Filme gewählt: Am Gerhard-Hauptmann-Platz etwa geht es auf eine filmische Reise durch einen Supermarkt, der an die graue Wand eines Kaufhauses geworfen wird - direkt über den leuchtend weißen Neonbuchstaben des Geschäfts.

Rund eine Stunde, drei Stationen und 23 Kurzfilmwerke später endet die Filmtour an der Alster beim Jungfernstieg. Der Abschlussfilm zeigt Hamburg bei Nacht. Während ein Dutzend Fahnen im eisigen Wind pfeifft, spiegelt sich die Umgebung auf der steinernen Projektionsfläche am Kai wieder: Ein Funkeln im Dunkel des Wassers, ein verschwommener Halbmond und die hell erleuchteten Häuserfassaden vom anderen Ufer. Die Zuschauer sind nahe zusammengerückt, ihre Kapuzen und Mützen tief ins Gesicht gezogen, die Hände in den Taschen vergraben. Ein frostiger Abend, aber voller Bilder, die auf dem Weg ins Warme nachwirken.

Die Filme und weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Homepage www.mobilemovie-hamburg.de

(NATALIE NEUDERT)

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