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Jungs vor dem Computer im Klassenraum

Games-Know-How für pädagogische Fachkräfte

Computerspielen im pädagogischen Kontext - verschiedene Fortbildungen des PLAY14-Festivals laden zum Mitmachen und Ausprobieren ein

Im Rahmen des PLAY14-Festivals für kreatives Computerspielen finden vom 17. bis 19. September 2014 zahlreiche Fortbildungen zum Thema Computerspiele und Bildung statt. Pädagogischen Fachkräften soll gezeigt werden, wie sich Computerspiele nachhaltig und sinnvoll in die Bildung einbinden lassen. Ansätze werden besprochen und gemeinsam ausprobiert.

Wie viel Kunst in Computerspielen steckt, welche Themen des “klassischen” Kunstunterrichts sich in Computerspielen wiederfinden und wie sich diese anhand von Games vermitteln lassen, soll in der Fortbildung Kunst und Games von Denise Gühnemann erläutert werden.

Am 19.09.2014 von 13:15 bis 15:15 Uhr beim Alsterdamm werden die wichtigsten Fragen rund um die Kunst in den Computerspielen geklärt. Fortbildungsleiterin Denise Gühnemann beschäftigt sich schon seit ihrer Kindheit mit dem Medium. Während ihres Studiums der deutschen Philologie und Kunstgeschichte entdeckte sie die Game Studies, von denen sie so begeistert war, dass sie ihre Abschlussarbeit dem Point & Click-Adventure „Edna bricht aus“ (2008) von Daedalic widmete und gekonnt Kunsttheorie mit Computerspiele verknüpfte.

Den Einbau dieser Thematik in den Unterricht empfindet Denise Gühnemann als interessant. „Was bei meiner Abschlussarbeit gut funktioniert hat, kann auch den Unterricht oder die Jugendarbeit positiv beeinflussen. Eine Passion oder ein Interesse im Privaten lassen sich wunderbar im Unterricht nutzen. Wenn die Schülerinnen und Schüler aufmerksamer sind und das Lernen vielleicht sogar mehr Spaß macht, verbessern sich auch die daraus resultierenden Ergebnisse.“

Trotz Verwendung des neuen Mediums in den Klassenräumen, werden die historischen Maler/innen natürlich nicht vernachlässigt oder gar ersetzt. Die Intention hinter dem Vorhaben ist eine andere. „Vielmehr geht es darum, die Aufmerksamkeit und die Lust am Unterricht zu steigern,“ erklärt die Philologin und Kunsthistorikerin. „ Die Abhandlung „Klassischer“ Inhalte des Kunstunterrichts anhand von Games kann zum einen das Interesse der Schülerinnen und Schüler steigern, aber auch gleichzeitig einen Bezug zur eigenen Lebenswirklichkeit, zum eigenen Alltag, in dem oft digitale Spiele genutzt werden, verdeutlichen. Man kann den Kindern/Jugendlichen zeigen, dass sich Kunst nicht nur in abgetrennten, musealen Räumen, sondern auch auf ihren PCs, Laptops, Tablets und Smartphones befindet.“

Nun ist natürlich interessant zu wissen, wie die Computerspiele effektiv in den Unterricht eingebunden werden können. Hier setzt Denise Gühnemanns praktische Fortbildung an. „Das Event nähert sich dem Thema zunächst theoretisch. Im Diskurs mit den Teilnehmenden werden gemeinsam Möglichkeiten diskutiert, wie der Unterricht ganz konkret aussehen kann.“

Anschließend geht es in die Praxis über, wie sie an verschiedenen Bereichen erläutert: „Das Thema „Perspektive“ etwa kann wunderbar über verschiedene Ansichten in Computerspielen erarbeitet werden, sowohl praktisch als auch theoretisch.“ Mit zahlreichen visuellen Bildbeispielen wird nicht nur die Vielfalt des Bildmedium Computerspiel erkennbar, sondern auch die Funktion als künstlerisches Expressionswerkzeug. „Vielleicht wird mancher überrascht sein, wie viel Kunst in Computerspielen steckt und dann hoffentlich Lust bekommen, Computerspiele in den Unterricht einzubauen.“

Wer sich für die Fortbildungen beim PLAY14-Festival interessiert und zum Beispiel dabei sein möchte, wenn Kunstgeschichte in Videospielen geschrieben wird, findet hier alle weitere Informationen sowie den Link zur Ticketbestellung.

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