Soziale Medien beeinflussen maßgeblich, wie Jugendliche die Welt wahrnehmen und welche Werte sie ausbilden. Darauf weist die Studienreihe „Soziale Medien, Geschlechterbilder und Werte“ des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) hin, die in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales sowie der MaLisa Stiftung entstanden ist.
Neun von zehn Jugendlichen beziehen ihr Weltbild aus Plattformen wie TikTok und Instagram, die längst auch wichtige Quellen für Information und Orientierung sind.
TikTok wird von Jugendlichen bereits morgens nach dem Aufstehen genutzt, begleitet sie durch den Tag und ist oft das letzte Medium vor dem Einschlafen.
- 90 % der 13- bis 18-Jährigen nutzen soziale Medien, um sich über Themen zu informieren,die sie interessieren,
- 66 % informieren sich auf TikTok und/oder Instagram über Politik und Zeitgeschehen,
- 84 % lesen Kommentare, um sich an den Meinungen anderer zu orientieren.
Damit bestätigen die Ergebnisse der Studienreihe aktuelle EU-Jugendstudien, nach denen soziale Medien mittlerweile das wichtigste Informationsmedium junger Menschen sind (European Parliament, 2025).
Besonders bei Jungen zeigen sich Einflüsse durch Inhalte aus der sogenannten Manosphere und rechtsextremen Kontexten. Rund ein Viertel der Jungen vertritt laut Studie ein Weltbild, das unter anderem von männlicher Dominanz, demokratischer Unzufriedenheit und LGBTQ+-Feindlichkeit geprägt ist. Oft fehlt es trotz eines grundsätzlichen Bewusstseins für Fake News an konkreter Medienkompetenz im Alltag.
Die Studie zeigt zudem, dass solche Inhalte gezielt an emotionalen Unsicherheiten wie Einsamkeit oder Frustration anknüpfen und dadurch besonders wirksam sind.
Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass Gegenangebote wirken können: Bereits kurze, zielgruppengerecht gestaltete Inhalte mit prosozialen und demokratischen Botschaften können Einstellungen messbar beeinflussen. Entscheidend ist, dass diese Angebote an die Lebenswelt junger Menschen anschließen.
Nähere Informationen zur Studie gibt es hier.