In den Sozialen Medien, insbesondere TikTok, zeigt sich ein Trend zu ästhetisch inszenierten Ankündigungen von Selbstmordvorhaben, Postings über misslungene Suizidversuche oder den Wunsch, erneut einen Suizidversuch zu unternehmen. In den Kommentaren tauschen sich Nutzer*innen über Methoden aus, bestärken sich in ihren Vorhaben oder verabreden sich sogar. Das Auffinden von Inhalten, die Selbstverletzung, depressive Phasen, Suizidgedanken, -pläne und -versuche verharmlosen oder gar verherrlichen, sei laut jugendschutz.net leicht möglich. Durch Empfehlungsalgorithmen, die nach einer gezielten Nutzung eines solchen Inhalts weiter vergleichbaren Content ausgespielen, könnten gerade bei vulnerablen Jugendlichen bestehende Belastungen verstärkt und dadurch das psychische, emotionale und soziale Wohlbefinden beeinträchtigt werden.
jugendschutz.net erachtet die Reaktion der Plattformen auf gemeldete Inhalte als unzureichend - so wurde jeweils nur ein geringer Prozentsatz der Postings gelöscht. Außerdem gelingt es den Nutzer*innen durch verwendung von alternativen Schreibweisen, Akronymen etc. gesperrte Begriffe zu umgehen.
Als Vorsorgemaßnahmen fordert jugendschutz.net die Anpassung der Empfehlungsalgorithmen, Platzierung von geprüften präventiven Hilfsangeboten und eine effektive Moderation (z.B. Sperren von Hashtags, Sounds, Codes und zuverlässige Überprüfung der gemeldeten Inhalte)