Erst gute Laune, dann ein schlechtes Gewissen: So beschreiben viele Jugendliche das Scrollen durch ihren Social-Media-Feed. 72 Prozent geben an, dass Social Media sie von Dingen ablenkt, die sie eigentlich tun sollten und 55 Prozent berichten, dass ihnen dadurch Zeit für Erholung und Freizeitaktivitäten fehlt. Die häufigste Nebenwirkung des Dauerscrollens: eine spürbare Verringerung der Konzentrationsfähigkeit (40 %). Auf der anderen Seite bieten die Plattformen für 82 Prozent einen wichtigen Zugang zu Wissen und etwa die Hälfte berichtet, sich dort verstanden zu fühlen. Die neue JIMplus-Studie 2026 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) zeigt, wie Jugendliche die Chancen und Belastungen digitaler Medien erleben und welche Auswirkungen dies auf ihr digitales Wohlbefinden hat. Die Ergebnisse der Studie wurden am 15. Juli 2026 im Rahmen einer Veranstaltung bei jugendschutz.net in Mainz vorgestellt.
Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Bild: Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok und Snapchat sind für viele Jugendliche wichtige Orte für Information, Inspiration und Gemeinschaft. Gleichzeitig berichten viele von Ablenkung, Konzentrationsproblemen und dem Gefühl, zu viel Zeit in sozialen Medien zu verbringen.
Die Studie kombiniert quantitative und qualitative Methoden und macht so die Perspektiven und Erfahrungen Jugendlicher im digitalen Alltag sichtbar. Die Ergebnisse wurden am 15. Juli 2026 veröffentlicht. Ende Juli erscheint zudem ein Faltposter mit den wichtigsten Ergebnissen in Form einer Infografik und eines Kurzberichts.
Weitere Informationen und alle Studienausgaben seit 1998 unter www.mpfs.de
Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), einer Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR) seit 1998 jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Mit der JIMplus-Studie 2026 legt der mpfs nun eine ergänzende Sonderstudie zum digitalen Wohlbefinden von 14- bis 17-Jährigen vor. Dazu dokumentierten in einem ersten, qualitativen Schritt 33 Jugendliche ihren digitalen Alltag mittels Online-Tagebuch, anschließend nahmen 20 von ihnen an einem Online-Einzelinterview teil. In einem zweiten Schritt wurde mit 800 Jugendlichen zwischen dem 13. und 27. Mai 2026 eine repräsentative Online-Umfrage durchgeführt.