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Poster FILMFEST HAMBURG 2022 © Filmfest Hamburg gGmbH

Jubiläumsausgabe vom FILMFEST HAMBURG findet vom 29. September bis 8. Oktober 2022 statt

Das FILMFEST HAMBURG lädt vom 29. September bis 8. Oktober 2022 zur 30. Ausgabe in die Kinos Abaton, CinemaxX Dammtor, Metropolis, Passage und Studio-Kino ein. In diesem Rahmen wird auch wieder das MICHEL Kinder und Jugend Filmfest stattfinden.

Die Jubiläumsausgabe von FILMFEST HAMBURG wird mit Hans-Christian Schmids Film Wir sind dann wohl die Angehörigen eröffnet und endet am 8. Oktober mit dem marokkanischen Film Der blaue Kaftan von Maryam Touzani.
Insgesamt stehen 116 Langfilme aus 58 Produktionsländern auf dem Programm, 22 Kino- und Fernsehfilme feiern ihre Weltpremiere in Hamburg.
Zu Gast ist das Molodist Kyiv International Film Festival, das seinen nationalen Wettbewerb mit zwei Kurzfilmprogrammen und sieben Langfilmen in der Hansestadt ausrichtet.

Das Programm sowie alle Veranstaltungen sind online und der Ticketverkauf in den Festivalkinos und im Levantehaus läuft bereits seit dem 15. September.

Auszug aus dem Programm

Transformationen

Die Filmemacher*innen des diesjährigen FILMFEST-Programms beschäftigen sich quer durch alle Programmsektionen mit (Ver)Wandlungen. Es geht in ihren Filmen inhaltlich um das Aufheben von Grenzen und Gewissheiten, formal um die Erweiterung und das Verlassen gewohnter Filmsprachen. Einige Beispiele: In Alex Schaads Langfilmdebüt Aus meiner Haut sieht ein junges Paar durch ein Körpertauschritual die Welt mit anderen Augen. Um Nähe Distanz und Entfremdung zweier bester Freunde im Teenageralter geht es in Lukas Dohnts feinfühligem Coming-of-Age Drama Close. Mit scharfem Witz nimmt der Schweizer Regisseur Lionel Baier die Neurosen der staatlichen Akteur*innen und NGOs im Kontext der europäischen Flüchtlingspolitik in den Blick. 

Filme aus Asien

Darunter: In dem Film Days Before the Millenium von Chang Teng-Yuan, der in der Sektion »Asia Express« als Europa-Premiere gezeigt wird, steht die Erfahrung vietnamesischer Migrantinnen in Taiwan seit den 1990er Jahren im Zentrum. In Hommage erzählt Regisseurin Shin Su-won von den bis heute andauernden Ungleichheiten in der Filmbranche und fordert dabei ein, die Kinogeschichte neu zu schreiben. Der japanische Beitrag Roleless von Kentaro Hirase, Yutaro Seki und Masahiko Sato stellt das Leben eines Statisten ins Zentrum der Bilder und betrachtet dadurch das Genrekino aus einer eigenwilligen Perspektive.  

Gegenwartskino im Fokus

Die beiden diesjährigen Filmschaffenden im Fokus Ruth Mader und Santiago Mitre vereint ihr filmischer Blick auf Macht- und Gesellschaftsstrukturen. Ihren neuesten Film Serviam – Ich will dienen inszeniert die österreichische Filmemacherin als Thriller. In einem katholischen Mädcheninternat setzt eine junge Ordensschwester gegen die unaufhaltsam voranschreitende Säkularisierung der Gesellschaft auf die reine Lehre. Der in Buenos Aires geborene Santiago Mitres präsentiert in Hamburg seinen Film Argentina, 1985. Es ist ein Film über Macht. Der fesselnde Politthriller beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt von dem Prozess gegen die Angehörigen der argentinischen Militärjunten von 1976 bis 1983.

Iranisches Kino & Filme aus der islamischen Welt

FILMFEST HAMBURG engagiert sich seit Jahren für das iranische Kino und ihre Filmemacher*innen. In diesem Jahr stehen vier Filme auf dem Programm, darunter No Bears, der neue Film des zurzeit in Haft sitzenden Jafar Panahi oder Vahid Jalilvands Wettbewerbsbeitrag in Venedig, Beyond The Wall, der von Polizeigewalt und staatlicher Unterdrückung und von einer Frau erzählt, die bei dem blinden Ali Zuflucht und Vertrauen sucht. Aus Marokko kommt das feministische Roadmovie Queens von Yasemine Benkiran, über drei Frauen, die sich auf den Weg in die Freiheit machen.

Filme als Spiegel der aktuellen Weltlage

Zwei Filme aus der Sektion Transatlantik werfen einen historischen Blick auf den Anti-Schwarzen-Rassismus in den USA: In seinem autobiografisch geprägten Coming-of-Age-Drama Armageddon Time skizziert James Gray ein Amerika Anfang der 1980er Jahre, das von Rassismus, Ungleichheit und tiefgreifenden Vorurteilen dominiert ist. Die Franko-Kanadierin Anais Barbeau-Lavalette erzählt mit White Dog nach einer autobiografischen Erzählung von Romain Gary über einen Hund, der in der Hochzeit des Rassenhasses Ende der 1960er Jahre darauf trainiert ist, Schwarze Demonstrant*innen anzugreifen. Gleich zwei Filme im Programm setzen sich mit dem Attentat auf das Bataclan-Theater im November 2015 auseinander. Kilian Riedhof folgt in seinem Film Meinen Hass bekommt ihr nicht, einem Mann, der auf den Schrecken des Terrors eine sehr beachtliche Antwort gibt. Cédric Jimenez erzählt mit November die fünftägige Suche nach den Tätern der Pariser Anschläge vom 13. November 2015 und inszeniert seinen Film als spannenden Polizei-Thriller.

Künstler*innen-Porträts

Sechs Filme nähern sich dokumentarisch und fiktiv bekannten Filmregisseur*innen, einem Schauspieler, einem Aktivistenpaar und zwei Musikern. Darunter: Fatih Akins neuester Film Rheingold erzählt die Geschichte von Xatar, der es vom Knast bis zum erfolgreichen Musiker und Unternehmer geschafft hat, basierend auf dessen eigener Biografie »Alles oder Nix«. Julie Bertuccelli wirft mit Jane Campion – The Cinema Woman einen subjektiven Blick auf die australische Filmemacherin und Oskar-Preisträgerin und zeigt sie als subtile Beobachterin der menschlichen Seele und als eine Filmemacherin, die gleichzeitig diskret und skurril, sanft und frech ist und manchmal missverstanden wird.

Fernsehfilme auf der Leinwand & Filme für junge Kinobesucher*innen

Acht abendfüllende Filme in der Sektion »Televisionen« konkurrieren um den mit 25.000 Euro dotierten Hamburger Produzentenpreis für Deutsche Fernsehproduktionen. Gezeigt wird unter anderem Die Bürgermeisterin, gespielt von Anna Schudt. Im Film von Christiane Balthasar (Regie) gerät eine Lokalpolitkerin ins Visier rechter Kreise. In Klima retten für Anfänger (Regie: Tomy Wigand) verhandelt eine 17-jährige Klimaaktivistin mit ihren Eltern über das Erreichen von Klimazielen im Kleinen. Zusätzlich wird zum zweiten Mal der in diesem Jahr mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis der VFF an eins von fünf seriellen Formaten vergeben, darunter German Crime Story: Gefesselt (Regie: Florian Schwarz) über die Entführungen des an Astrologie gläubigen Kürschnermeisters Raik Doormann in den 80er und 90er Jahren und Lamia (Regie: Süheyla Schwenk), eine turbulente Familiengeschichte zwischen zwei Kulturen.

Das MICHEL Kinder- und Jugend Filmfest, seit 2003 fester Bestandteil von FILMFEST HAMBURG, wird am 30. September mit dem Film Lucy ist jetzt Gangster (Regie: Till Endemann) eröffnet. Mit diesem gehen noch weitere sechs Filme ins Rennen um den mit 5.000 Euro dotierten MICHEL Filmpreis, der in diesem Jahr am 5. Oktober von der MICHEL-Jury, bestehend aus Kindern und Jugendlichen, verliehen wird.
Die meisten Filme werden in der Originalfassung gezeigt und live im Kinosaal auf Deutsch eingesprochen. Außerhalb des Wettbewerbs steht außerdem der Animationsfilm Meine Chaosfee und ich sowie der Jugendfilm Stop-Zemlia, in Kooperation mit dem Molodist International Festival, auf dem Programm. 

Molodist Kyiv International Film Festival

Das Molodist Kyiv International Film Festival wird seinen nationalen Wettbewerb mit ukrainischen Kurz- und Langfilmen im Rahmen von FILMFEST HAMBURG präsentieren. Festivalmacher*innen und ukrainische Regisseur*innen kommen in die Hansestadt, um ihre Filme persönlich vorzustellen. Das Festival im Festival wird am 30. September mit dem Film Sniper – The White Raven (Regie: Marian Bushan) eröffnet. Es wird außerdem noch zwei Kurzfilmprogramme geben (01.10. & 03.10. jeweils um 21 Uhr im Alabama Kino) sowie ein Kurzfilmprogramm mit letztjährigen Molodist-Gewinnerfilmen (30.09., 21 Uhr Alabama Kino). 

Alle Informationen zum Festival und zum Programm gibt es hier: https://www.filmfesthamburg.de/

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