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Machinima Workshop und Fetala mit Game Boy Musik

Kreativ aktiv werden!

Auf dem PLAY14-Festival laden zahlreiche Kurz- und Tagesworkshops zum Reinschnuppern und Selbermachen ein

Wer sich mal auf eine ganz andere kreative Weise mit Computerspielen auseinandersetzen möchte, hat die Möglichkeit, während des PLAY14-Festivals für kreatives Computerspielen vom 16. - 20. September 2014 verschiedene Workshopangebote wahrzunehmen.

Die zweistündigen Kurzworkshops von Referentinnen und Referenten aus der Gamesbranche sowie medienpädagogischen Einrichtungen beantworten Fragen und laden ein, selbst erste Schritte bei Programmierung und Design zu wagen. Auch erste Kontakte mit Profis können so geknüpft werden.

Wie wäre es beispielsweise mit dem Kurzworkshop „Musik mit Game Boys“ von Hannes Fertala? Am Freitag, den 19.09.2014 von 13:15 bis 15:15 Uhr stehen alle Lautsprecher in der Alsterdamm Kunsthochschule auf 8-Bit-Musik. Chiptune, also Musik aus Mikrochips, ist vorranging zur Untermalung von Computerspielen gedacht gewesen. Was für einige Spieler einfaches „Gedudel“ darstellt, interessiert Hannes Fetala schon lange: „ Mich hat der raue, ungeschliffene und unheimlich dichte Klang der Homecomputer-Ära von Anfang an fasziniert. Zu der Zeit von Commodore64 & Co war eigentlich eher der weichgespülte Sound von Jean Michel Jarre gefragt, aber dem fehlte das Treibende, das erst viel später mit der Techno-Szene kam. Auf diesen Homecomputern habe ich dann versucht selbst Tracks zu schreiben.“

Bei der Musik mit dem Heimcomputer blieb es nicht lange, denn 2003 wurde der Veranstalter des 8-Bit-Festivals zum ersten Mal Zeuge eines Auftrittes des Gameboymusicclubs. Schnell war dann der erste eigene Game Boy gekauft. Seine Faszination möchte er nun weitergeben und lädt Kinder und Jugendliche ein, um musikalische Geschichte zu schreiben. Berührungsängste wird es keine geben. „Der Workshop soll vor allem Interessierte und Neueinsteiger ansprechen, die sich für Musik interessieren und kreativ sein möchten. Es bedarf keinerlei Vorkenntnisse oder musikalischem Hintergrund. Alles was für den Workshop benötigt wird, ist vor Ort“, erklärt er.

Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Kreativität und Musik. Ohne virtuellen Synthesizern oder Plugins entsteht ein einzigartiges Ergebnis. Schritt für Schritt werden dafür die einzelnen Elemente erläutert: „Die Teilnehmer bekommen zuerst einen Überblick der verwendeten Hard- und Software. Nachdem die ersten Hürden der vielleicht etwas gewöhnungsbedürftigen Bedienung genommen sind., können erste Sounds und Loops erstellt werden. Natürlich darf jeder der möchte seinen eigenen Gameboy aus dem Keller holen und zum Workshop mitbringen!“

“Selber machen!” lautet das Motto der Tagesworkshops auf dem PLAY14-Festival. Die sechsstündigen Workshops können einzeln oder als Schulklasse besucht werden und bieten in einer Vielzahl von kreativen Werkstätten die Möglichkeit, aktiv zu werden. Vom Filmdreh mit einem Computerspiel bis hin zur eigenen Spielgestaltung und -programmierung - die Workshops liefern viel Freiraum für Kreativität.


Kreativ wird es zum Beispiel im Workshop "Machinima mit GTA IV" mit Isabelle Arvers am Donnerstag, den 18.09.2014 und Freitag, den 19.09.2014, jeweils 9:00 bis 14:00 Uhr bei Bigpoint. Aus Computerspielen lässt sie kleine filmische Kunstwerke entstehen. Die französische Medienkünstlerin selbst war schon früh von Machinimas, also Filmen, die mit Hilfe der Spiel-Engine produziert werden, begeistert. 2005 besuchte sie zum ersten Mal eine Machinima-Vorführung in Paris. Von dem Gesehenen begeistert, beschäftigte sie sich näher mit dem Thema und bietet nun Workshops an. Die Basis ihrer Machinimas bildet das Spiel GTA IV. Sie begründet diese Entscheidung von der technischen Seite her: „GTA IV als PC-Version hat einen Video-Editor inklusive, der uns erlaubt den Rhythmus, die Bewegung und die Kamerabewegung zu ändern. Man kann auch einige Effekte hinzufügen oder den Blickwinkel ändern, die Geräuschkulisse bearbeiten oder Texte einblenden und plötzlich hat man einen Film!“

Der Workshop richtet sich allerdings nicht nur an Heranwachsende. Ob jung oder alt, jeder kann Spaß daran haben, eigene kleine Videos zu erstellen. Neben dem technischen Know-How, wie dem Aufzeichnen der Videos und dem Schneiden, wird Isabelle Arvers auch einige Beispiele zeigen, um die Teilnehmenden zu inspirieren. „Die Idee ist hier, einen Kontext anzubieten und den Menschen zu helfen Ideen für ihre eigene Geschichte zu generieren. Ich möchte auch, dass die Teilnehmer erkennen, dass Machinima ein Mittel des Selbstausdruckes sind und sie dieses Medium unter diesem Gesichtspunkt nutzen können.“

Wie bei einem großen Filmwerk, werden einige Produktionsschritte absolviert, damit ein schönes Ergebnis entsteht. „Wenn sie zuerst ein Skript haben, welches sie im Spiel nachstellen können, sowie ein Storyboard, dann werden sie in der Lage sein diese Ideen als Szenen zu drehen. Eine weitere Übung ist dann beispielsweise das Finden des richtigen Ortes im Spiel. Das heißt, man muss das Spiel gut kennen, um relativ schnell den besten Drehort für die eigene Geschichte zu finden. Andere Übungen werden vor allem Arbeiten mit der Kamerabewegung, wie Blickwinkel, Länge und Geschwindigkeit der Kamera, beinhalten. Ferner wird das Ganze natürlich editiert.“

Am Ende entsteht dann der persönliche Blockbuster, der sicherlich Lust auf mehr Machinima macht. Dieser Workshop findet in englischer und französischer Sprache statt.

Tickets für beide Veranstaltungen und andere Workshops gibt es unter: www.play14.de


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