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Expertenanhörung, Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung, Hamburgische Bürgerschaft | 2014

Das Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung in der Hamburgischen Bürgerschaft

Sechs Experten der Medienbildung beantworteten die Fragen der Parlamentarier zum Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung für Hamburg

Am 11. April 2013 hatte der Hamburgische Senat die Frage der Medienkompetenzförderung zur weiteren Beratung an die Ausschüsse „Wirtschaft, Innovation und Medien“ und „Schule“ überwiesen. In diesem Rahmen wurde am 11.2.14 eine Expertenanhörung öffentlich durchgeführt. Als Grundlage für die Debatte diente das Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung für Hamburg: in diesem werden die wichtigsten Ziele und Herausforderungen für die Stadt Hamburg in Bezug auf Medienkompetenzförderung ausgeführt und Schwerpunkte für die zukünftige Bildungsarbeit aufgezeigt. Die Experten, ob Wissenschaftler/innen oder Projektleiter/innen, haben alle an der Entwicklung des Konzeptes mitgewirkt:

Thomas Fuchs, Direktor der Medienanstalt Hamburg/Schleswig Holstein
Jürgen Ertelt, IJAB (Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.) – Fachstelle für internationale Jugendarbeit Bonn
Andreas Hedrich, Mediennetz Hamburg e.V.
Dr. Claudia Lampert, Hans Bredow Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg, Hamburg - Forschungsschwerpunkte liegt im Bereich der Mediensozialisation und Medienpädagogik.
Thomas Rathgeb, Leiter der Abteilung Medienkompetenz, Programm und Forschung Landesanstalt für Kommunikation Baden-Wüttenberg
Colette See, Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., Hamburg

Unter der Leitung von Hans-Jörg Schmidt (SPD), dem Vorsitzendenden des Ausschusses „Wirtschaft, Innovation und Medien“, stellten die Parlamentarier gut vier Stunden lang ihre Fragen. Dabei ging es vor allem um das Thema Schule, zum Beispiel um Fragen der Finanzierung von innerschulischen Projekten und der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften.

Es wurde unter anderem festgestellt, dass in Hamburg eine zentrale Institution fehlt, die sowohl als Ansprechpartner für Schulen und Akteure des medienpädagogischen Bereiches als auch als Koordinierungsstelle für die Finanzierung von Projekten dienen könnte. Der Bedarf ist nach Ansicht der Experten/innen deswegen so groß, weil die Geldsuche sonst häufig auf den Schultern der Projektleiter liegt - oft eine schwere Last, da einzelne Projekte nicht selten aus zahlreichen Geldquellen finanziert werden.

Das Rahmenkonzept besagt, dass „Partner aus der Medienwirtschaft für gemeinsames Handeln im Sinne einer nachhaltigen Medienkompetenzförderung gewonnen werden“. Die Meinungen hinsichtlich der konkreten Form und des Ausmaßes dieser Rolle waren zwischen den Experten jedoch unterschiedlich: nicht das OB der Kooperation steht in Frage, sondern das WIE. Denn „Beispiele gibt es, nur gibt es keine Leitplanken, in denen die Kooperation stattfinden kann. Will ein Unternehmen etwas machen, wonach richtet es sich, was sind die Regularien?“, merkte Andreas Hedrich an. Claudia Lampert betonte, dass die Regelung nicht alleine den einzelnen Trägern und Institutionen überlassen werden sollte.

Über die Frage der Dringlichkeit der Entwicklung des Angebotes in Richtung der Lehrkräfte waren sich aber alle einig: von Anfang an müsse das Interesse der Studierenden geweckt werden, sonst komme Medienbildung im Unterricht zu oft nur als didaktisches Konzept zum Einsatz. Zudem fehlen für Lehrer – von der Kita bis zur Sekundarstufe - anwendungsbezogene Weiterbildungsmöglichkeiten, während gleichzeitig mit der Entwicklung von Ganztagsschulen Medienbildung immer öfter innerschulisch stattfindet.

Auch das Thema der Verstetigung wurde länger diskutiert. Bei der Planung und Bewertung von Projekten sollen Kriterien in der Zukunft helfen, die Qualitätsstandards zu erhöhen.

Der Vorsitzende Hans-Jörg Schmidt des Ausschusses "Wirtschaft, Innovation und Medien" der Hamburgischen Bürgerschaft zur Anhörung: www.hansjoerg-schmidt.de

Dokument
Drucksache Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung