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Fünf Statements zum Stand der Medienkompetenzförderung in Hamburg

Im März 2009 veröffentlichten zentrale medienpädagogische Institutionen aus ganz Deutschland das Medienpädagogische Manifest "Keine Bildung ohne Medien!".

Darin fordern sie eine nachhaltige und breitenwirksame Einbettung der Medienpädagogik in alle Bildung. In Vorbereitung des Medienpädagogischen Kongresses in Berlin am 24. und 25. März 2011 erfasste das Projektbüro der zuständigen Initiative eine bundesweite Übersicht über Erfolge und Handlungsbedarfe in der Medienkompetenzförderung. In Hamburg äußerten sich folgende sechs Akteure der Medienbildung:

Andreas Hedrich, welcher als Medienpädagoge im jaf e.V- Verein für medienpädagogische Praxis, und darüber hinaus im Mediennetz Hamburg e.V., in der Initiative Creative Gaming e.V. und der GMK Landesgruppe Hamburg tätig ist. Ingo Kriebisch und Volker Wegner vom Referat Medienpädagogik des Landesinstitut Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg (LI). Außerdem äußerte sich auch Prof. Dr. Hans- Dieter Kübler, Professor der HAW, sowie Andrea Sievers, welche das Medienkompetenzprojekt „Radiofüchse“ bei Kinderglück e.V. initiierte und begleitet. Zuletzt sprach auch Michael Wendt, Geschäftsführer der MOTTE- Verein für stadtteilbezogene Kultur- und Sozialarbeit e.V., über den status quo der Medienkompetenzförderung in Hamburg.

Vernetzung der einzelnen Akteure und Institutionen zähle zu bewährten Maßnahmen der Medienkompetenzförderung

Die Initiative "Keine Bildung ohne Medien!" fragte die Akteure nach ihrer Einschätzung, in welchen Bereichen die Förderung von Medienkompetenz in der Vergangenheit bereits erfolgreich umgesetzt wurde und für welche Projekte eine Fortsetzung in Zukunft angestrebt werden sollte.

Diese nannten dabei einheitlich den Austausch und die Kooperation zwischen Schulen und außerschulischen Projekten, aber auch zwischen Institutionen und Medienpädagogen selbst, zu dem das Mediennetz Hamburg erheblich beigetragen habe. Andreas Hedrich verwieß darüber hinaus auf den Nutzen, welcher von einem solchen Netzwerk ausgehe, nämlich die Wahrnehmungsförderung medienpädagogischer Arbeit. Andrea Sievers und Michael Wendt fügten hinzu, dass dabei auch die politische Bedeutung nicht zu unterschätzen sei.

Dies sei auch der finanziellen Unterstützung der Medienanstalt Hamburg/ Schleswig- Holstein zuzuschreiben, welche mit ihren engagierten Vertretern bereits einige Projekte fördern konnten, hob Prof. Dr. Hans- Dieter Kübler hervor. Aber auch die Einführung von Medienprofilen in einigen Schulen habe sich bewährt, so seien mediale Inhalte häufiger in den Bildungsplan integriert und einige Schulen ebenfalls um bessere Ausstattung bereichert worden, betonten Ingo Kriebisch und Volker Wegner vom LI.

Medienkompetenzzentren für eine bessere Breitenwirksamkeit der Medienkompetenzförderung

Auf die Frage, welche Aufgaben und Maßnahmen zu ergreifen seien, um Medienkompetenzförderung in Hamburg langfristig in allen Bildungsbereichen zu verankern, sprachen sich Michael Wendt und Andrea Sievers für die Schaffung so genannter Medienkompetenzzentren aus. Medienprojekte und -angebote könnten somit über eine punktuelle Umsetzung hinausgehen und eine nachhaltige Breitenwirksamkeit erhalten. Damit einher gehe auch die Weiterentwicklung der Netzwerkstrukturen zwischen den medienpädagogischen Akteuren und vor allem des Rahmenplans, welcher zur Zeit von der Behörde für Kultur und Medien erarbeitet wird.

Für dessen Umsetzung jedoch bedarf es finanzieller Mittel, die kein Versprechen bleiben sollten, fügte Andreas Hedrich hinzu. Außerdem sei es notwendig, Stellen für Medienpädagogen zu schaffen, die die überwiegenden Honorartätigkeiten ablösen und somit dazu beitrügen, dass der Projektcharakter der Medienkompetenzförderung in eine dauerhaft qualifizierte Arbeit übergehe, sagte Andrea Sievers. Medien als Schlüsselqualifikation und nicht nur als Effiziensteigerung von Lehr- und Lernprozesse zu verstehen und somit ihren Mehrwert zu erkennen, sei eine vordingliche Aufgabe. Ingo Kriebisch und Volker Wegner ergänzten, dass Schulen die so entstandenen Lernerfolge in die Institution einbinden sollten, wie es beispielsweise mit dem Projekt Medienscouts angestrebt wird.

Der Projektcharakter müsse von kontinuierlichen Fördermaßnahmen abgelöst werden

Jedoch gibt es derzeit genügend Faktoren, die die Umsetzung oben genannter Maßnahmen erschweren. Besonders hervorzuheben sei dabei die fehlende kontinuierliche Finanzierung. Bis vor zwei Jahren habe es gar keine Fördereinrichtung gegeben, betonte Andreas Hedrich. Medienkompetenz fördernde Angebote müssten vom Projektcharakter in eine Langzeitförderung überführt werden. Es sei wichtig, Medienpädagogik nicht nur als Instrument zur Vermittlung anderer Schwerpunkte zu sehen. Eine nachhaltige und qualifizierte Arbeit in den einzelnen Institutionen und zwischen den Akteuren könne nur erfolgen, so schlussfolgerte Michael Wendt, wenn die Notwendigkeit langfristiger Fördermaßnahmen erkannt werde.

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