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Deutscher Nachwuchs-Drehbuchpreis 2020 geht auch nach Hamburg

Malte Thomsen und Beke Rienitz wurden am Abend des 28. November mit dem Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis 2020 geehrt. Die Preisverleihung fand im Rahmen des ersten up-and-coming-Drehbuchfestivals als Online-Event statt. Für die Auszeichnung hatten sich 231 junge Talente aus ganz Deutschland beworben.

Die Gewinner*innen des Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreises 2020 stehen fest: Die Auszeichnung, die im Rahmen des ersten up-and-coming-Drehbuchfestivals verliehen wurde, ging an Beke Rienitz, Studentin an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und ihr Animationsfilm-Skript KEINE WAHL sowie an Malte Thomsen aus Hamburg und sein Spielfilm-Drehbuch DRY COUNTRY.

Insgesamt 231 junge Talente aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich für den Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis 2020 beworben. Die Auszeichnung stellt Ideenfindung, Stoffentwicklung und Schreibkompetenz junger Talente in den Fokus und würdigt gezielt deren kreative Leistungen. Sie ist mit einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gestifteten Preisgeld in Höhe von je 2.000 Euro sowie einer Autoren-Patenschaft verbunden.

Die diesjährigen Patenschaften übernehmen Heide Schwochow und Toks Körner. Der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) stiftet zudem je eine einjährige Junior-Mitgliedschaft. Über die Vergabe der Preise entschied eine Fachjury; dieser gehörten Melanie Waelde, Dieu Hao Do und Gabriele Graf an. Finale beim Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis 2020! Bevor die Auszeichnung am Abend des 28. November verliehen wurde, hauchten die Synchronsprecher*innen Timmo Niesner, Ranja Bonalana, Sarah Riedel, Tobias Kluckert, Leonhard Mahlich und Carolina Vera den sechs nominierten Skripten in einer Drehbuch-Lesung Leben ein.

Im Anschluss an die Lesung gab die Jury die diesjährigen Gewinner*innen bekannt. In diesen für alle schwierigen Zeiten zeige die Resonanz auf den Drehbuch-Wettbewerb, dass Menschen nicht nur konsumieren, sondern produzieren wollen, so Jurorin Gabriele Graf in ihrer Vorrede zur Preisvergabe. Alle Nominierten „beziehen Stellung zu den Bedingungen, in denen wir als Gesellschaft leben oder zu dem, was wir in der Zukunft möglicherweise zu befürchten haben“, so Graf weiter.

„Es sind die leisen Momente gekoppelt mit den großen universellen Fragen, die uns als Jury überzeugt haben.“ - DRY COUNTRY von Malte Thomsen

Alles ist trocken: Das Land und das Leben. Wasserknappheit bestimmt den Alltag des 16jährigen Elio. Er sehnt sich danach, so zu sein wie der gleichaltrige Azur, der Wasser im Überfluss hat. So lässt sich die Essenz von Malte Thomsens Debüt-Spielfilm, bei dem er auch Regie führen wird, in wenigen Worten umreißen. Malte hat Film- und Fernsehregie studiert und arbeitet als Schauspieler und Autor in Hamburg. Sein sehr visuell geschriebenes Drehbuch nehme mit auf eine Suche nach Zugehörigkeit und Freundschaft, so Juror Dieu Hao Do in seiner Laudatio. In seinen teilweise sehr dynamischen Dialogen und Figurenkonstellationen zeige der Autor ein Gespür für zwischenmenschliche Nuancen.

„Das Drehbuch hat uns als Jury sofort in seinen Bann gezogen.“ - KEINE WAHL von Beke Rienitz

"Beke Rienitz beweist großes Talent für starke, stimmungsvolle Bilder und kluge Dialoge. Sie führt ihre Figuren sicher durch die grausame Welt des zweiten Weltkriegs und konfrontiert uns Lesende - und hoffentlich bald auch Sehende - mit den Fragen nach Gehorsam und Mitläufertum", so Jurorin und Laudatorin Melanie Waelde. Autorin Beke Rienitz hat schon in jungen Jahren Literaturpreise gewonnen und studiert aktuell an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Protagonist ihres Animationsfilm-Skriptes KEINE WAHL ist Hund Emil, der die Schrecken und die Brutalität des zweiten Weltkriegs und falscher Gesinnung aus seiner ganz eigenen „tierischen“ Sicht erlebt.