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PLAYer bei PLAY19: Jan M. Boelmann

Vom 14. bis 17. November 2019 lädt das PLAY – Creative Gaming Festival alle Gaming-Begeisterten ein, sich unter dem Motto "Of Monster and Games" den Monstern und Kreaturen in digitalen Spielen zu stellen. Das Mediennetz Hamburg stellt einige der PLAYer mit ihren Angeboten vor.

Stell dich doch kurz vor, wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Dr. Jan M. Boelmann und ich bin Professor für Literatur- und Mediendidaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Dort habe ich das Zentrum für didaktische Computerspielforschung (ZfdC) gegründet, in dem wir die Potenziale von Spielen für das Lernen in formellen Lernkontexten untersuchen. Neben der Forschung in Projekten gehört hier die Aus- und Weiterbildung von Lehrer*innen zu den Aufgaben von mir und meinem Team.

Mit welchem Angebot nimmst du an der PLAY teil und was wird da passieren?

Zum einen stelle ich am Samstag in der Speakers Corner das ZfdC vor, aber vor allem werde ich am Freitag Mittag gemeinsam mit meiner Kollegin Lisa König die Fortbildung ‚Das Monster im Klassenzimmer – Literarisches Verstehen mit AR und VR fördern‘ halten. 
Hier geht es darum, zu schauen, wie sich literarisches Lernen nicht mit Büchern, sondern auch mit digitalen Formaten fördern lässt, wobei dieses Jahr insbesondere Augmented Reality- und Virtual Reality-Formate im Zentrum stehen. Neben dem üblichen theoretischen Input frisch aus unserer Forschung wird es vor allem auch viel Zeit zum Ausprobieren und für Diskussionen geben, sodass die Teilnehmenden sich aktiv eine Meinung bilden können.

Was können deine Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dem Projekt lernen/erfahren/mitnehmen?

Dank der vielerorts schlechten technischen Ausstattung ist das Arbeiten mit VR an den meisten Schulen sicher nichts, was man kommenden Montag direkt im Deutschunterricht umsetzen kann. Aber es ist eine Zukunftsmusik, in die man mit Freude hereinhören kann. Bei den Einsatzmöglichkeiten von AR sieht das Ganze schon etwas anders aus: Hier finden sich einige Angebote, die in die Schule drängen. Einige Praxisanregungen kann man direkt umsetzen, bei anderen werfen wir auch einen kritischen Blick auf hübsch gemachten Tand und didaktischen Schund – nicht alles, was der Markt hergibt, sollte man auch einsetzen.

Von allem haben wir etwas dabei, sodass wir nicht nur über VR und AR reden, sondern die Teilnehmer*innen sich mit der Brille auf der Nase oder dem Monster auf dem Display ein eigenes Bild machen können.

Wie und warum eignet sich dein Projekt/Angebot gut für die Arbeit mit Games und Pädagogik?

Die Veränderungen im Bildungssystem der vergangenen Jahrzehnte haben leider dazu geführt, dass die Schule zunehmend zu einem Raum ohne Visionen geworden ist. Lehrer*innen sind häufig so belastet, dass der Spaß an der Arbeit und die Ideen für anderes und neues Lernen auf der Strecke bleiben. Vielleicht öffnet dann der Blick in virtuelle Welten ja ein kleines Fenster in die Zukunft.

AR und VR sind aktuell noch Randerscheinungen und es wird sich noch zeigen, ob sie einen Platz in der Schule finden werden. Aber es macht viel Spaß zu schauen, wie diese neuen Technologien auch neue Ideen in die Schule bringen können.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen viel Spaß bei PLAY19!