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PLAYERer PLAY19: Katharina Appel

Vom 14. bis 17. November 2019 lädt das PLAY – Creative Gaming Festival alle Gaming-Begeisterten ein, sich unter dem Motto "Of Monster and Games" den Monstern und Kreaturen in digitalen Spielen zu stellen. Das Mediennetz Hamburg stellt einige der PLAYer mit ihren Angeboten vor.

Stell dich doch kurz vor, wer bist du und was machst du?

Hallo, ich bin Katharina Appel, befinde mich in den letzten Zügen meines Lehramtsstudiums, arbeite freiberuflich als Medienpädagogin und bin als Fan der digitalen Spielekultur schon seit ein paar Jahren bei PLAY involviert. In Workshops und offenen Angeboten rege ich Jugendliche an, sich mit digitalen Spielen kreativ auseinanderzusetzen und selbst zu Produzent*innen lustiger Games und spannender Geschichten zu werden.

Mit welchem Projekt/Angebot nimmst du an der PLAY teil und was wird da passieren?

Zur diesjährigen PLAY biete ich zwei Workshops an und bin zudem Teil der Storytelling Station im Monster Lab. Letzteres ist ein buntes Entwicklerlabor, bei dem Besucher*innen an unterschiedlichen Stationen kreative Schaffensprozesse der Spieleentwicklung spielerisch erfahren können. So nutzt meine Station zum Beispiel das Open Source Tool „Twine“, um interaktiv spielbare, nicht-lineare Geschichten rund um Monster zu spinnen und als Textadventures zu realisieren.

Unter dem Motto „Let’s Play Their Story“ beschäftigen wir uns mit dem Phänomen Let’s Play und werden selbst zu Let’s Playern, die die Perspektiven und Geschichten der Monster in ausgewählten Spielen erforschen, um ausnahmsweise mal den Monstern eine Plattform zu bieten. Beim anderen Workshop, “Be Frankenstein – Make Your Own Monster”, greifen wir, ganz praktisch, zu Bastelutensilien: Mit Hilfe von MaKey MaKey-Platinen erschaffen wir monstermäßige Controller aus alltäglichen, stromleitenden Gegenständen und versuchen, das beste Steuerungsmonster für ein lustiges Minispiel zu kreieren.

Was können deine Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dem Projekt lernen/erfahren/mitnehmen?

Geschichten sind ein Schlüsselelement unseres Soziallebens: Sie transportieren Wissen und Erfahrungen, verbinden, unterhalten, regen zum Nachdenken an. Doch wie werden Geschichten zu Geschichten? Das Grundkonzept ist simple: Situation, Komplikation, Auflösung, dazu Held oder Heldin der oder die mit Gegenkräften ringt, um etwas zu erreichen. Im Monster Lab wird das Geschichtenerzählen durch die digitale Komponente noch spaßiger, denn „Twine“ ermöglicht die „Programmierung“ interaktiver Geschichten auf Basis von HTML, CSS und Javascript – ohne Vorkenntnisse. Teilnehmende lernen, wie sie ganz einfach, Textadventure erstellen können, deren Leser*innen Entscheidungen treffen müssen, die Konsequenzen auf die ganze Geschichte haben können.

Beim Let’s Play Workshop dreht es sich ebenfalls um Geschichten – allerdings auf einer anderen Ebene: Wie interpretiere, empfinde und bewerte ich die Geschichte, die mir im Spiel präsentiert wird? Besucher*innen lernen die beliebte Unterhaltungsform des Let’s Plays kennen und erforschen ihre eigene Spielerfahrung, denn das Let’s Play bietet eine Plattform für die individuelle Perspektive.

Beim Basteln mit dem MayKey MayKey Kit lernen die Teilnehmenden eine neue Form von Eingabemöglichkeiten kennen, die ganz unerwartet in alltäglichen Gegenständen schlummert. Dabei setzen sie sich mit elektrischen Stromkreisen und der elektrischen Leitfähigkeit von Stoffen auseinander und reflektieren über übliche Steuerungsmöglichkeiten und -beschränkungen von Games.


Wie und warum eignet sich dein Projekt/Angebot gut für die Arbeit mit Games und Pädagogik?

Alle Angebote nutzen Games als Ausgangspunkt für eine kreative und reflexive Beschäftigung mit digitalen Medien und zielen auf ein Produkt, das in ganz unterschiedlichen Ausformungen Ausdruck der kreativen Schaffenskraft des Einzelnen ist. So kann sowohl Rolle und Funktion von Games aber auch ihre jeweilige inhaltliche Thematik bearbeitet und im Sinne der handlungsorientierten Medienpädagogik zur Artikulation eigener Sichtweisen genutzt werden. Ob beim Bau eines Controllers, der den eigenen Bedürfnissen gerecht wird, einem kritischen Kommentar-Video zu einem polarisierenden Spiel oder dem eigenen Textadventure, in dem politische Fragestellungen spielerisch erfahrbar werden – Games bieten reichlich Anknüpfungspunkte für pädagogische Settings, egal in welcher Altersgruppe.

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei PLAY19!

Mehr Infos: https://playfestival.de/play18/2018/08/01/katharina-appel/​​​​​​​