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PLAYer bei PLAY19: Andreas Rauscher

Vom 14. bis 17. November 2019 lädt das PLAY – Creative Gaming Festival alle Gaming-Begeisterten ein, sich unter dem Motto "Of Monster and Games" den Monstern und Kreaturen in digitalen Spielen zu stellen. Das Mediennetz Hamburg stellt einige der PLAYer mit ihren Angeboten vor.

Mediennetz Hamburg: Stell dich doch kurz vor, wer bist du und was machst du?

Andreas Rauscher: Ich arbeite als Dozent für Medienästhetik mit den Schwerpunkten Filmwissenschaft und Game Studies, mit gelegentlichen Seitenblicken in die Bereiche Comicforschung, Poptheorie und Serien an der Universität Siegen.

Mit welchem Projekt/Angebot nimmst du an der PLAY teil und was wird da passieren?

Ich biete einen Workshop zum Thema "Monster Hunt - Formen und Funktionen des Monströsen im Videospiel" an. Ausgehend von der Entwicklung der Monsterdarstellungen in Videospielen werden wir uns deren ästhetische und dramaturgische Variationen genauer ansehen, von den niedlichen Ungeheuern in alten Arcade-Spielen über die Schrecken des Survival Horrors bis hin zu ambivalenten Varianten in neueren Spielen.  

Was können deine Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dem Projekt lernen/erfahren/mitnehmen?

Neben einer umfassenderen kulturgeschichtlichen Beschäftigung mit Genre-Motiven und Standardsituationen werden wir uns die besondere Wirkung des Monströsen im Videospiel genauer ansehen. Auch die spielerischen und erzählerischen Besonderheiten der Games werden ausführlicher diskutiert. In manchen Fällen haben Andeutungen und Anspielungen eine weitaus stärkere emotionale Wirkung als eindeutige Darstellungen. Wenn das Monströse konkret greifbar wird, hat das zwar vielleicht für einen Moment eine schaurig-schöne Schockwirkung, aber meistens ist die Andeutung des nicht klar fassbaren Schreckens, der im Dunkeln lauert, weitaus suggestiver und spannender. Das lässt sich etwa an den Spieladaptione des Cthulhu-Mythos des Schriftstellers H.P. Lovecraft oder an der Entwicklung des Aliens aus der gleichnamigen bekannten Filmreihe sehr anschaulich nachvollziehen.       

Wie und warum eignet sich dein Projekt/Angebot gut für die Arbeit mit Games und Pädagogik?

Neben der Vermittlung von analytischen Skills im Bereich der Medienästhetik und Mediendramaturgie, die mir gerade angesichts einer zunehmend dynamischeren transmedialen Netzkultur besonders relevant erscheinen, werden wir im Workshop auch die soziokulturellen und gesellschaftlichen Implikationen der Monstervarianten in den Blick nehmen. Diese Bezüge, die einen wesentlichen Teil der theoretischen Beschäftigung mit den Spielregeln und Figuren des Horrorgenres ausmachen, bieten ausbaufähige und spannende Ansätze, um die Faszination des Monströsen besser zu verstehen. Beispielsweise die nachhaltigen Veränderungen, die sich in den letzten Jahren in der Darstellung von Vampiren und Untoten ergeben haben, sind besonders stark mit kulturellen Umbrüchen und Akzentverschiebungen verknüpft. Videospiele ermöglichen durch ihre interaktive Komponente Erfahrungen und Nuancen, die in anderen Medien nicht möglich wären. Die im Workshop vorgestellten Perspektiven und Konzepte lassen sich gut für die eigene Arbeit im analytischen und didaktischen Umgang mit dem Unheimlichen nutzen.   

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß bei PLAY19!

Mehr Infos: https://playfestival.de/2019/08/08/pd-dr-habil-andreas-rauscher/