Magazin / Meldungen 

Hamburger Filmschaffende beim internationalen Film Festival up and coming: Marcus Engelhardt

Vom 23. bis 26. November 2017 findet das 14. Internationale Film Festival Hannover statt. Insgesamt werden 167 Filme aus 38 Ländern gezeigt. Mit dabei sind auch Filmschaffende aus Hamburg. Das Mediennetz Hamburg hat mit einigen von ihnen gesprochen - über das Filmemachen, Filmfestivals und ihren Weg.

Stell dich doch mal kurz vor, wer bist du und was machst du?

Ich bin Marcus Engelhardt, Schauspieler und Musiker aus Hamburg, gebe Kurse im Bereich Film, bin Sänger in meiner eigenen Band, komponiere, spiele Schlagzeug, vermittle Modelle für Foto und Werbeproduktionen und drehe Filme mit Kindern.

Mit welchem Film bist du beim up and coming dabei und worum gehts?

Ich bin mit meinem ersten Kinderfilm, der Gruselkomödie „Haunted School – Der Fluch des Medaillons“ dabei. Es geht um die kleine Waise Alice und ihr geheimnisumwobenes Medaillon, durch welches vor geraumer Zeit ein Mitschüler den Tod fand und mit einem schrecklichen Fluch belegt wurde, der ihn für immer an die Schule bannen sollte. Seitdem gibt es in der Schule einen verbotenen Korridor, zu dem niemand Zutritt hat.

Erst Jahre später fällt diese Geschichte dem jungen Sikor in die Hände. Da ihm jedoch nicht einmal sein bester Freund glauben will, macht er sich auf, um das Geheimnis des verbotenen Korridors, des verstorbenen Mitschülers und des verfluchten Medaillons zu lüften und gerät dabei in ein gefährliches Abenteuer.

Erzähl uns etwas über den Hintergrund des Films.

Seit Winter 2015 leite ich an der Franz von Assisi Schule Hamburg im Rahmen der Nachmittagsbetreuung den Kurs „Film“. Zuerst waren kurze Szenen oder eine Collage angedacht, um den Kindern einen Vorgeschmack und einen ersten Eindruck in den Bereich Film zu ermöglichen. Da ich jedoch das Glück hatte, mit einer unglaublich talentierten, sehr fantasievollen, verspielten und einfach faszinierenden Truppe von Kindern zusammenzuarbeiten, veränderte sich das Konzept schnell zu einem Filmkurs, in dem 15 junge Talente aus den Klassenstufen 5-7 mit mir plötzlich ein 17-seitiges Drehbuch entwickelten und ein spannender, komischer und effektreicher 26-minütiger Episodenfilm entstand.

Unsere Möglichkeiten waren von Anfang an begrenzt und wir hatten es nicht leicht, angefangen bei der 10 m² großen Kammer, in der wir schreiben durften, bis hin zur Realisierung ohne Kamera. Dabei war ein Ansporn des Ganzen sicherlich mein Versprechen an die Kinder, dass jeder einen Wunsch, bzw. eine Idee frei hatte, die definitiv mit in den Film aufgenommen und umgesetzt werden sollte. Die einzige Auflage war, dass der Drehort die Schule sein musste. Die größte Herausforderung war das  rojekt bei allem Gegenwind, den wir hatten, durchzuboxen.

Wie wichtig ist es für dich, deinen Film beim uac vor Publikum vorzustellen?

Da es mein erstes Werk ist, was in einem derartigen Rahmen aufgeführt wird, bin ich einfach dankbar und stolz und es gibt mir natürlich eine gewisse Bestätigung als Regisseur bzw. Filmemacher. Im Allgemeinen bedeuten Festivals für mich „sehen und gesehen werden“. Das Schöne daran sind die Leute, die man kennenlernt. Am Wichtigsten jetzt ist mir jedoch mit den Kindern, die so viel Energie und Vertrauen in das Projekt gegeben haben, vor Ort zu sein, da diese mich wie gesagt wahnsinnig inspiriert und ergänzt, aber auch mit diesem Projekt durch ein für mich persönlich sehr düsteres Jahr geführt und mich damit rückblickend gerettet haben. D.h. für mich ist die Vorführung beim „uac“ vor allem ein großes Dankeschön zurück an die Kinder.

Wenn du an deinen bisherigen Weg als Filmemacher/in zurückdenkst, was hat dich da besonders vorangebracht?

Sicherlich meine Schulzeit, in der wir Filmemachen als Ausweg aus einer ziemlich deprimierenden Phase für uns entdeckt haben. Natürlich gab es auch immer schon inspirierende Regisseure und die Schauspielerei vor der Kamera hilft natürlich auch. Zum einen haben mich also meine Teenagerjahre, in denen ich mit Freunden angefangen habe, mich an Premiere, After Effects und Co auszutoben, vorangebracht, ganz besonders allerdings tatsächlich „Haunted School – Der Fluch des Medaillons“.

Uns interessiert, woran du im Bereich der Medien-/Filmförderung teilgenommen hast.

Ich habe bisher noch nicht an einer Medien/Filmförderung teilgenommen. Im Abschlussjahr meiner Schauspielausbildung haben wir ebenfalls einen Episodenfilm gedreht, bei dem ich vor allem viele Ideen für die Arbeit hinter der Kamera sammeln konnte. Außerdem habe ich mich stetig mit neuen Musikvideos für meine damalige sowie auch für meine aktuelle Band herausgefordert. Eine große Inspiration war natürlich auch mein Setbesuch bei „Der Medicus“ sowie das Mitwirken an „Only lovers left alive“. Davon abgesehen lernt man natürlich als Schauspieler an jedem Set, an dem man sich aufhält.

Was hättest du dir als Unterstützung auf deinem Weg zum Filmemacher noch gewünscht?

Ich hätte mir einfach gerne Unterstützung gewünscht. Angefangen bei Equipment und Ausstattung, um besser produzieren zu können, sowie im Bereich Publikation.

Wie geht's bei dir weiter, planst du gerade weitere Filmprojekte, willst du dich weiter professionalisieren im Bereich Film?

Es gibt bereits Ideen und ein grobes Konzept für eine Fortsetzung unseres ersten Teils. Außerdem haben wir noch einen weiteren 5-minütigen Kurzfilm nachgelegt, der im Dezember im Rahmen des „abgedreht Festivals“ in Hamburg läuft und auf dessen Feedback wir sehr gespannt sind. Darüber hinaus ist auch ein neues Musikvideo für meine Band „Circus Genard“ schon lange auf Standby. Das bedeutet, ja, ich will ;)

Vielen Dank für das Interview!