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Lena Fakler Profilfoto © Lena Fakler

Hamburger Filmschaffende beim internationalen Film Festival up and coming: Lena Fakler

Vom 23. bis 26. November 2017 findet das 14. Internationale Film Festival Hannover statt. Insgesamt werden 167 Filme aus 38 Ländern gezeigt. Mit dabei sind auch Filmschaffende aus Hamburg. Das Mediennetz Hamburg hat mit einigen von ihnen gesprochen - über das Filmemachen, Filmfestivals und ihren Weg.

Stell dich doch mal kurz vor, wer bist du und was machst du?

Ich heiße Lena Fakler und bin Filmemacherin. Momentan studiere ich im Master Film mit der Fachrichtung Drehbuch an der Hamburg Media School. Vor dem Studium und während meines Bachelors der Medienkulturwissenschaft und Germanistik habe ich mich nicht nur dem Schreiben, sondern auch anderen Bereichen des Filmemachens, auch dem Regie führen, gewidmet und eigene Kurzfilme gedreht. Einer davon läuft jetzt auf dem up-and-coming-Festival in Hannover.

Mit welchem Film bist du beim up and coming dabei und worum gehts?

Mein Film trägt den Titel „Einzimmerwohnung“ – und es geht um ein junges Paar, das in die erste gemeinsame Wohnung einzieht. Aus der anfänglichen euphorischen Nähe wird im Laufe der Zeit eine bedrückende Enge. Die Beziehung zwischen den beiden jungen Frauen droht am Alltag zu scheitern. Am Ende steht die Frage: Aufgeben oder Weitermachen?

Erzähl uns etwas über den Hintergrund des Films.

Nur drei, vier Tage, nachdem der Film abgedreht war, habe ich meine Koffer in Freiburg gepackt und bin nach Hamburg gezogen — in die erste gemeinsame Wohnung mit meinem Freund. Womöglich wollte ich mit dem Film einfach schonmal ein mögliches Horror-Szenario durchspielen. Außerdem wollten wir uns beim Dreh auf eine Wohnung beschränken, meine WG, um das Projekt möglichst unkompliziert zu halten. Umgesetzt habe ich das Projekt mit weiteren jungen Filmemacherinnen und Filmemachern aus Freiburg. Wir haben in einem kleinen Team gearbeitet — und obwohl wir uns für eine scheinbar unkomplizierte Location entschieden haben, war der Film eine Herausforderung mit unvorhergesehenen kleinen Katastrophen beim Dreh, wie das eben immer so ist. Am Ende hat aber alles geklappt — und das Ergebnis ist auf dem up and coming zu sehen. 

Wie wichtig ist es für dich, deinen Film beim uac vor Publikum vorzustellen?

Es ist immer toll, den Film, an dem man so lange intensiv gearbeitet hat, gemeinsam mit einem Publikum auf großer Leinwand zu gucken. Ich bin jedes Mal auch aufgeregt: Welche Stellen funktionieren? Welche nicht? Haben wir unser Ziel erreicht, das Publikum zu berühren? Toll ist, wenn man die Möglichkeit hat, sich danach mit dem Publikum zu unterhalten. Mit jedem Feedback von außen verändert sich schließlich auch der eigene Blick auf den Film — und man hat die Möglichkeit, für das nächste Projekt dazuzulernen. 

Wenn du an deinen bisherigen Weg als Filmemacherin zurückdenkst, was hat dich da besonders vorangebracht?

Machen, machen, machen — ich hatte das Glück, in Freiburg auf ebenso filmbegeisterte Menschen zu treffen. Wir haben uns zusammengeschlossen und einfach losgelegt. Eigene Kurzfilme gedreht, aber auch Imagefilme oder Musikvideos. Es hat großen Spaß gemacht, sich das Filmemachen so ein Stück weit selbst beizubringen und zu wachsen. Heute profitiere ich von meiner Erfahrung in meinem Studium an der Filmhochschule. Und dort natürlich von der strukturellen Unterstützung, den Dozenten aus der Praxis und wieder von neuen Menschen, mit denen man zusammenarbeitet und von denen man lernt. 

Uns interessiert, woran du im Bereich der Medien-/Filmförderung teilgenommen hast.

Ja — aber in eher überschaubarem Umfang. Teilweise gab es auch im Rahmen meines geisteswissenschaftlichen Bachelors an der Uni Freiburg Angebote der Hochschule im Bereich Film, oder mal einen Workshop auf einem Jugend-Film-Festival — was immer super ist, um überhaupt mal in das Thema Film einzusteigen, mit professionellen Filmemacher*innen in Kontakt zu treten oder wenn man auf der Suche nach Gleichgesinnten ist. Gerade am Anfang sind auch freie Filmgruppen Gold wert, um einen ersten Schritt zu machen und gemeinsam Spaß am Filmemachen zu entwickeln.  

Was hättest du dir als Unterstützung auf deinem Weg als Filmemacherin noch gewünscht?

Finanzielle Unterstützung und Förderung gerade für kleinere Kurzfilmprojekte, die man ohne eine Institution wie einer Filmhochschule im Rücken anschieben möchte, sind rar — dennoch: jeder noch so kurze Kurzfilm kostet Geld. Finanzielle Förderung für den noch nicht professionalisierten Filmnachwuchs, auch abseits der großen Filmstädte Deutschlands — das hätte ich mir mehr gewünscht. 

Wie geht's bei dir weiter, planst du gerade weitere Filmprojekte, willst du dich weiter professionalisieren im Bereich Film?

Momentan studiere ich Drehbuch an der Hamburg Media School und arbeite an meinem Abschlussfilm. Danach möchte ich als Autorin arbeiten, gerne auch Serien schreiben, vielleicht auch selbst umsetzen — ich finde das Konzept des Showrunners spannend und baue darauf, dass der Trend zur Serie auch den deutschen Fernsehmarkt verändert und für mehr Freiheiten für Drehbuchautor*innen sorgt.

Vielen Dank für das Interview!