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Jasmin Luu Profilfoto

Hamburger Filmschaffende beim internationalen Film fest up and coming: Jasmin Luu

Vom 23. bis 26. November 2017 findet das 14. Internationale Film Festival Hannover statt. Insgesamt werden 167 Filme aus 38 Ländern gezeigt. Mit dabei sind auch Filmschaffende aus Hamburg. Das Mediennetz Hamburg hat mit einigen von ihnen gesprochen - über das Filmemachen, Filmfestivals und ihren Weg.

Stell dich doch mal kurz vor, wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Jasmin Luu, gebürtige Hamburgerin mit chinesischstämmigen Eltern. Ich bin Filmemacherin und studiere im 3. Jahr an der HFBK Hamburg Film.

Mit welchem Film bist du beim up and coming dabei und worum gehts?

Dieses Jahr laufe ich mit meinem Tanzfilm "different directions" auf dem up and coming. In dem Film geht es darum, dass sich zwei Körper, in diesem Falle Aleksandra Kovacevic und Paulo Lando, über die Sprache des Tanzes annähern und miteinander kommunizieren.

Erzähle uns etwas über den Hintergrund des Films.

Es gab einen Zeitpunkt in meinem Leben, eine Art Zweigstelle, bei der es mir schwer fiel, mich zu entscheiden zwischen zwei Dingen: dem Film und dem Tanz. Da ich seit meinem fünften Lebensjahr tanze, konnte ich mir auch sehr gut vorstellen, dass ich eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Tanz mache. Dennoch entschied ich mich für Film, da ich darin eine größere Bandbreite an kreativer Auslebung fand.

"Different directions" entstand nachdem ich mich gegen den Tanz und für den Film entschieden habe, somit war die Motivation des Filmes eine Art Hommage an den Tanz. Zudem war es für mich spannend und herausfordernd zugleich, zu sehen, wie Tanz vor einer Kamera inszeniert wird und wie die Kamera mittanzen musste, damit sie Teil der Choreographie wird. Es war ein intensives Zusammenspiel von mir, der Regie, Kameramann Arend Krause und Aleks und Paulo. Wir mussten teilweise Plansequenzen, also Szenen ohne Schnitt, bis zu 14-mal machen, weil es auf jede Millisekunde ankam und sobald der Tänzer oder die Kamera etwas zu spät oder zu früh war, der ganze Take nicht funktioniert hätte.

Wie wichtig ist es für dich, deinen Film beim uac vor Publikum vorzustellen?

Ich finde, Festivals sind eine großartige Platform, um seine Filme zu zeigen. Gerade heutzutage hat man eine Reizüberflutung durchs Internet, beispielsweise durch Youtube oder Streaming Seiten, auf denen man jeden Hollywood-Film sehen kann. 

Ich finde es wichtig, dass Filme von Menschen gesehen werden, damit sie darauf reagieren können und andersherum, denn im Endeffekt ist Film eine Form, um sich auszudrücken und was bringt uns Ausdruck, wenn niemand zusieht.

Das Up and Coming fördert junge kreative Köpfe mit neuen Ideen. Das finde ich cool, denn es gibt uns jungen Filmemachern eine Bühne für die Geschichten unserer Generation.

Wenn du an deinen bisherigen Weg als Filmemacher/in zurückdenkst, was hat dich da besonders vorangebracht?

Schwierig zu sagen, ich denke, am meisten hat mich das Arbeiten bzw. das Kommunizieren mit den unterschiedlichsten Charakteren, sowohl am Set als auch abseits des Sets, gebracht. 

Den Menschen von deiner Idee zu erzählen und darüber zu diskutieren, um etwas Bereicherndes für die Idee/den Film aus so einem Gespräch zu ziehen. Dabei fand ich es sehr wichtig, mich mit den verschiedensten Leuten zu unterhalten, sowohl mit Uni-Professoren als auch mit meiner Mutter, die nichts mit Film oder Kunst am Hut hat.

Uns interessiert, woran du im Bereich der Medien-/Filmförderung teilgenommen hast.

Meine Filme liefen auf mehreren kleineren Festivals sowohl in Deutschland (z.b. in Offenburg, Hamburg) als auch überall verteilt auf der Welt (z. B. Paris, Copenhagen, Illinois, Chile, Nantes). Anfang des Jahres erhielt ich eine lobende Erwähnung auf dem Filmfest Schleswig Holstein unter künstlerischer Leitung von Arne Sommer.

Ansonsten habe ich bisher an nur einem Workshop teilgenommen, der über 5 Jahre zurückliegt, von der Ghetto Film School in New York.

Wie geht's bei dir weiter, planst du gerade weitere Filmprojekte, willst du dich weiter professionalisieren im Bereich Film?

Momentan bin ich in der Vorproduktion zu meinem nächsten szenischen Kurzfilm, bei dem ich das Drehbuch selbst erarbeitet habe und zum ersten Mal einen richtigen Dialog niedergeschrieben habe. Ich sehe meine Zukunft auf jeden Fall in der Filmbranche und freue mich auf alle Herausforderungen die noch vor mir liegen.

Vielen Dank für das Interview!