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Studie zu Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen

Am 26. Oktober 2016 wurde die Untersuchung auf den Medientagen München präsentiert

Aufgrund der bislang dürftigen Datenlage haben sich die Technische Universität Dortmund und das Hans-Bredow-Institut an der Universität Hamburg – gefördert von den Medienanstalten und der Aktion Mensch – zum Ziel gesetzt, erstmals deutschlandweit aussagekräftige Daten zur Mediennutzung sowie den Nutzungsmotiven und -erwartungen von Menschen mit Beeinträchtigungen zu ermitteln. Auch die individuellen Zugangs- und Nutzungsbarrieren von Medien waren ein zentraler Bestandteil der Untersuchung.

In dem Zeitraum vom 7. Juni bis zum 12. Juli 2016 wurden durch das Marktforschungsinstitut IPSOS insgesamt 610 Menschen mit Seh-, Hör-, mit körperlich-motorischen Beeinträchtigungen und mit Lernschwierigkeiten face-to-face befragt. Die zentralen Forschungsfragen bezogen sich dabei auf folgende Themen:

• Subjektive Wahrnehmung der Beeinträchtigung

• Mediennutzung im Allgemeinen

• Fernsehnutzung im Besonderen

• Spezifische medienbezogene Barrieren und Unterstützungen

• Soziodemografische Merkmale und Alltagskontext

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass je nach Beeinträchtigung spezifische Risiken in der Mediennutzung durch Zugangs- und Teilhabebarrieren vorliegen - wobei die Gruppen in sich äußerst heterogen sind. Das Fernsehen ist für die Befragten das meistgenutzte Medium, welches sie dazu befähigt, „mitreden zu können“. diese gesellschaftliche teilhabe ist häufig aber nur dann möglich, wenn auch barrierefreie Angebote im linearen Programm eingebunden sind. 

Mangelnde Tonqualität, geringe Sprachverständlichkeit und Schwierigkeiten bei der Gerätebedienung sind Probleme, die in allen untersuchten Gruppen auftreten. Hilfe verschaffen, würden beispielsweise die seperate Regulierung der Lautstärke von gesprochener Sprache und Hintergrundgeräuschen oder die durchgehende Untertitelung sowie der Ausbau von Audiodeskription. Auch Angeboten in Deutscher Gebärdensprache sind für sinnesbeeinträchtigte Mediennutzer/innen essentiell, um an der mediatisierten Gesellschaft teilhaben zu können.

Aus den Forschungsergebnissen und Handlungsempfehlungen ergeben sich Perspektiven für die Ausrichtung konkreter Maßnahmen in Richtung eines ungehinderten Zugangs aller Menschen zu Medienangeboten. Die Daten können als Grundlage dazu dienen, um Medienangebote weiter auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen auszurichten.

Weitere Informationen zur Studie befinden sich im angehängten PDF-Dokument sowie unter: https://www.hans-bredow-institut.de

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Studie zur Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen

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