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Kinder am Ipad © www.pixabay.com

Medienkompetenz fehlt in der Schultüte der Hamburger Schüler/innen

Medienkompetenzförderung ist in Zeiten digitaler Herausforderungen wichtiger als je zuvor - dennoch plant die Stadt Hamburg weitere Kürzungen

Am 6. September 2016 hat das neue Schuljahr in Hamburg begonnen. Wie Lesen, Schreiben und Rechnen ist auch Medienkompetenz in der heutigen Zeit eine wichtige Schlüsselqualifikation. Sie ist notwendige Voraussetzung für die Teilhabe an der Informations- und Wissensgesellschaft. Trotzdem ist nicht sichergestellt, dass die Schüler*innen in der Grundschule und ihrer weiteren Schullaufbahn lernen, kompetent und verantwortungsbewusst mit Medien umzugehen.

Medienkompetenzförderung in der „Digitalen Stadt Hamburg“ wird seit vielen Jahren durch die Anstrengungen aktiver Medienpädagogen*innen getragen. Sie engagieren sich für dieses Thema in Schule und außerschulischen Bereichen und vermitteln Menschen unterschiedlicher Altersgruppen die dringend notwendigen Kompetenzen. Ihre Projekte werden überwiegend aus Fördermitteln finanziert.

Nun plant die Stadt Hamburg weitere Kürzungen: der Entwurf zum 6. Medienänderungsstaatsvertrag sieht vor, die Verpflichtung der Medienanstalt Hamburg/Schleswig Holstein (MAHSH) zur Medien­kompetenz-förderung aus dem Medienstaatsvertrag zu streichen. Medienkompetenz­förderung  wird dann von einer „Muss-“ zu einer „Kann-Aufgabe“: Diese Entscheidung verringert erheblich die Chancen auf Umsetzung der bisherigen Beschlüsse und Konzepte, die auch im Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung vom Mediennetz und dem Amt Medien erarbeitet wurden.

Die MAHSH hat bislang die Qualifizierung von Grundschulen zur „Internet-ABC-Schule“ und das Projekt „PIF! Projekttage für Internetfrischlinge“ mit Fördermitteln unterstützt. Diese Projekte werden in 2017 ersatzlos gestrichen.

Auch das Projekt ElternMedienLotsen, das seit 2009 über 9000 Eltern auf über 700 Elternabenden erreicht hat, wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben. Eltern, die Unterstützung in der Medienerziehung brauchen, können dann nicht mehr auf das Angebot kostenloser Elternabende zurückgreifen.

Diese Situation zeigt einmal mehr, dass erfolgreiche Projekte eine stabile Finanzierung benötigen. Medienkompetenz ist eine lebenslange Bildungsaufgabe. Während viele andere Bundesländer ihr Angebot in den Schulen ausbauen, wird das schon jetzt geringe Angebot in Hamburg noch weiter reduziert.

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Medienkompetenz fehlt in der Schultüte der Hamburger Schüler/innen

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