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Creeper von der PLAY15

PLAY15 - Festival für kreatives Computerspielen

Vom 15. bis 19. September 2015 verwandelte sich Hamburg erneut in ein digitales Spielfeld für Spielerinnen, Spielemacher und Kulturinteressierte

Ein riesiges Monster mit grün-schwarz-weißen Flecken bahnt sich mit geöffnetem Maul den Weg durch die Menge. Statt vor ihm zu flüchten, stürmt eine Gruppe Jugendlicher jubelnd darauf zu. Kein Wunder, denn dieser übermenschlich große „Creeper“ ist ungefährlich; er wurde aus Pappe in einem Schülerworkshop angefertigt. In der Ausstellung von PLAY15 sorgte der Auftritt der Minecraft-Figur für Begeisterung. Und auch der Rest der Festivalwoche stand ganz unter dem Zeichen „Große Emotionen und die Kultur digitaler Spiele“.

Das von der Initiative Creative Gaming veranstaltete Festival für kreatives Computerspielen startete seine achte Ausgabe am Dienstagabend, den 15. September 2015, direkt mit einer feierlichen Dreifach-Eröffnung. Nach prominenten Grußworten der Kooperationspartner und Förderer und der offiziellen Eröffnung durch die Festivalleitung im Terrace Hill folgte im Anschluss die Vernissage mit interaktiver Computerspielkunst in der Alsterdamm - School of Visual Arts. Dass der Ursprung der ausgestellten Spielekonzepte in "Smirkeys Dopehouse" liegt, bewies im Anschluss Torsten Bage von Fraktus bei der PLAY Show im Uebel & Gefährlich.

Praktische Angebote zum Ausprobieren und Selbermachen

Doch nicht nur Freundinnen und Freunde der Unterhaltung kamen in der PLAY15 Woche auf ihre Kosten. Der erste Festivaltag war gleichzeitig Auftakt einer Reihe von praktischen Workshops, in denen Jugendliche und Erwachsene gemeinsam neue Spiele entwarfen oder sich künstlerisch an die virtuellen Welten annäherten. So entstanden neben Controllern aus Bananen, Lets Play Videos, Filme in Videospielästhetik oder auch der riesige Creeper, der später neben weiteren Kunstwerken in der Ausstellung zu sehen war.

Doch nicht nur Jugendliche setzten sich mit kreativen Aspekten von Computerspielen auseinander. Auch für Lehrerinnen und Lehrer sowie für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bot das Festival eine umfangreiche Auswahl an Fortbildungen, u.a. zum Thema „Apps entwickeln im Unterricht“ oder zur Frage, wie sich Games und Kunst verknüpfen lassen.

Diskussionen und Gespräche zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Computerspielen

Wissenswertes rund um digitale Spiele konnten die Besucherinnen und Besucher auch bei den PLAY Shows im Terrace Hill mitnehmen. Zwischen dem eigens entwickelten Games Quiz und der unterhaltsamen Bühnenshow von Moderator Uke Bosse wurden immer wieder interessante Einblicke in Berufe und Beschäftigung mit digitalen Spielen geworfen. Die PLAY Shows bildeten auch den Rahmen für die zeitgleich stattfindende PLAY Conference im InnovationsCampus der Handelskammer Hamburg. Rapporteur Nele Heise brachte aufgeworfene und diskutierte Fragen der Tagung zur digitalen Spielkultur in die Gesprächsrunden am Nachmittag ein und sorgte so dafür, dass die Themen "Computerspiele als System" und "Mit Gefühlen spielen" aus den Konferenzworkshops in das Festival hineingetragen wurden.

Ein buntes Abendprogramm zeigte den Facettenreichtum digitaler Spielkultur

Wer sich am Tage ausgiebig mit der diskursiven und praktischen Auseinandersetzung mit Computerspielen beschäftigt, benötigt am Abend die nötige Unterhaltung, um Körper und Geist zu entspannen. Zum Glück bot PLAY15 neben einem Machinima-Kino, einem Live Lets Play op Platt, einem Poetry Slam zur digitalen Spielkultur und der 8bit-Party PLAY@Night alles, was das Gamer-Herz begehrt.

Am Festivalsamstag öffnete der Digitale Spielplatz für Familien seine Pforten, wo nun endgültig jeder, ob groß, ob klein, auf seinen Geschmack kommen konnte. Im Terrace Hill wurden nicht nur süße Leckereien in Form von Spielecharakteren und -elementen gebacken, auch die ComputerSpielSchule Hamburg war zu Gast, um Eltern und ihren Kindern den Einstieg in die digitalen Spielewelten zur erleichtern und offene Fragen zum Umgang mit virtuellen Spielen zu klären.

Erstmalig wurde der Creative Gaming Award im Rahmen des Festivals verliehen

Krönender Abschluss von PLAY15 war in diesem Jahr der erstmals ausgeschrieben und mit einem Preisgeld dotierte Creative Gaming Award. Eine hochkarätige Jury, u.a. die Macher von Life is Strange, kürten das beste Spiel in jeweils einer von zwei Kategorien („Most Creative Game“, „Most Innovative Newcomer Game“). Auch das Publikum durfte für das eigene Lieblingsspiel aus der gesamten Ausstellung abstimmen. Die drei Gewinner in der Reihenfolge der genannten Kategorien lauten: „Among The Sleep“, "„LUCID" und „Jolly Jousting".

„Spiele sind ein Teil unserer Kultur geworden“ (Jan Müller-Michaelis alias Poki, Gamedesigner bei Daedalic Entertainment) und mit PLAY15 haben Spielerinnen und Spielemacher einen Ort, an dem sie diese Spielekultur in ihren Facetten erleben und in Austausch treten können.

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