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Was macht eigentlich... eine Social Media Managerin?

Sandra Rüger berichtet über ihren Weg zur Social Media Managerin und wie sie Profile in den sozialen Netzwerken betreut

Sandra Rüger arbeitet als selbstständige Social Media Managerin in Hamburg, Schleswig Holstein und Niedersachsen. Als „the social networker“ betreut sie unter anderem die Profile vieler junger Künstler/innen in sozialen Netzwerken. Zuvor absolvierte Sandra Rüger eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau in einer Hamburger Künstleragentur. Anschließend studierte sie Angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg.

Mediennetz Hamburg: Den Beruf des Social Media Managers gibt es erst seit ein paar Jahren. Wie können wir uns dieses Berufsbild vorstellen?

Sandra Rüger: Die Arbeit eines Social Media Managers besteht darin, die verschiedenen Social Media Kanäle so zusammen zu fügen, dass sie ein klares Bild ergeben und das Image des Künstlers oder Produktes widerspiegeln. In Social Media ist es wichtig, dass man auf die Einträge auf seiner Seite reagiert. Meinungen, Kritik und Lob sind o.k., aber Beleidigungen – die leider täglich vorkommen - können je nach Strategie gelöscht werden. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass falsche Seiten – sogenannte Fake-Accounts - gelöscht oder geändert werden. Die wirklichen Fans sollen die offizielle Seite des Künstlers finden, daher müssen die Fanseiten als diese erkennbar sein.

Wie gehen Sie bei Ihrer alltäglichen Arbeit vor?

Zum Beispiel kümmere ich mich darum, dass die Profile in den bekannten sozialen Netzwerken aufgebaut und die dazugehörigen URLs beantragt werden. Ich programmiere Reiter bei Facebook und binde Youtube, Twitter und Instagram-Seiten ein. Über Google Alert werde ich darüber informiert, ob meine Kunden irgendwo im Internet namentlich erwähnt wurden, positiv oder negativ. Bei den gängigen Portalen – zum Beispiel bei Facebook – schaue ich mir die Kommentare an und gebe gegebenenfalls Ratschläge, wie der Kunde darauf reagieren sollte, bzw. ich reagiere selbst auf die Kommentare. Wenn ich eine neue Kundenanfrage bekomme, schaue ich mir zuerst an, wie die Person, die Firma oder die Marke online bereits dastehen, wie die Homepage, die Facebook-Seite, der YouTube-Kanal und die Twitter-Seite aussehen. Dann schreibe ich mein Angebot und wir planen zusammen, wie der Webauftritt in den sozialen Netzwerken gestaltet wird.

Wie sind Sie Social Media Managerin geworden?

Ich war schon immer jemand, der sich für Technik und die Entwicklung von Social Media interessiert hat, ohne genau diesen Beruf anzusteuern. Auch nach der Ausbildung habe ich noch guten Kontakt zu meinem Ausbildungsbetrieb gehalten. Dadurch bin ich zufällig dazu
gekommen, eine junge Künstlerin zu betreuen, als Social Media noch ganz neu war. Das Studium der Angewandten Kulturwissenschaften hat mir dabei auch sehr geholfen, außerdem habe ich mir viel selbst erarbeitet.

Welche Fähigkeiten sind im Beruf besonders wichtig?

Für die Arbeit als Social Media Managerin sind Fächer wie PR und Öffentlichkeitsarbeit wichtig. In der Ausbildung habe ich auch schon Pressemitteilungen geschrieben und Kontakte in die Künstlerszene knüpfen können. Im Studium habe ich dann immer Programmierkurse, Sprachen und grafische Programme aus Interesse belegt. HTML hilft mir jetzt noch, um zu verstehen, wie eine Seite nur in Schriftform aussieht.

Haben Sie Tipps für Schüler und Studenten, die auch gerne Social Media Manager werden möchten?

Im Studium würde ich ein Praktikum in einer Social Media Agentur empfehlen. Alle internetaffinen Kurse sowie Marketing, PR und Öffentlichkeitsarbeit bilden sicherlich gute Grundlagen. Die großen Firmen haben auch ihre eigenen Social Media Manager, die in der PR-Abteilung sitzen. In einer großen Agentur macht man sicherlich nur einen Teilbereich der Arbeit. Da ich selbstständig bin, finde ich es sehr abwechslungsreich, nicht zuletzt durch meine beiden Standbeine - denn neben dem Social Media Management gebe ich auch Medienkompetenzschulungen für Schüler, Eltern und Lehrer.

Welche Chancen und Risiken sehen Sie in Social Media?

Für Künstler und Firmen bietet es die Chance, mit den Fans beziehungsweise Kunden in einen direkten Dialog zu treten, mit ihnen zu interagieren und so die Fans beziehungsweise Kunden an die Marke oder den Künstler zu binden – es entsteht ein persönlicheres Verhältnis als bei „bloßer“ Werbung. Trotzdem kann es auch für Firmen und Künstler zu Diskreditierung durch Fake-Accounts kommen, zum Beispiel durch falsche Bilder und durch Cybermobbing. Das ist ein Risiko, das man nicht unterschätzen sollte. Als Firma muss man sich sowieso zuerst fragen: Was bringt es meiner Firma, meiner Marke, meinem Image, mich in einem sozialen Netzwerk zu präsentieren und ist es in meinem Fall überhaupt sinnvoll?

Wie wird sich Social Media Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren verändern?

Vielleicht verlagert es sich nochmal auf andere Netzwerke, wie es sich in Deutschland von den VZ-Netzwerken hin zu Xing und Facebook verlagert hat. Ich glaube aber nicht, dass es nochmal ganz wegzudenken ist. Ich kann zum Sender und Empfänger gleichzeitig werden. Jeder kann was teilen und was preisgeben - auf relativ schnellem Wege, mit unbegrenzt vielen Personen. Ich denke, dass die sozialen Netzwerke im Alltag immer bleiben werden.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Website von Sandra Rüger und mehr Informationen über Social Media Management finden sich unter: www.thesocialnetworker.de/home.html

Inzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten eine Aus- oder Weiterbildung zum Social Media Manager zu machen. In Hamburg zum Beispiel an der Handelskammer Hamburg (HKBiS), am Institut für Lernsysteme (ILS), an der Deutschen Akademie für Public Relations (DAPR) und einigen weiteren staatlichen sowie privaten Hochschulen und Weiterbildungsinstituten. Die meisten Angebote sind kostenpflichtig. Die Hamburg Media School bietet außerdem regelmäßig einen Social Media Day an.

(DOREEN KIRSCHNER)

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