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eine Machinima-Produktion mit den Sims

Machinima - was ist das eigentlich?

Vom Spieler zum Regisseur - auf der #play13 spielt Machinima in Workshops und im Kino eine Rolle

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht einen eigenen Film zu drehen - den schillerndsten Phantasien Raum zu geben und die eigenen Ideen auf die Leinwand zu bringen?
Wenn die Protagonisten dann nicht einmal Gage verlangen und Probleme nur einen Mausklick entfernt sind, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um den kreativen Umgang mit Computerspielen - die Rede ist von Machinima.

Das Kunstwort Machinima setzt sich aus den Begriffen Maschine, Animation und Cinema zusammen und bezeichnet einen Film, der mit Hilfe eines Computerspiels gedreht wird. Ermöglicht wurden die ersten Machinima-Produktionen durch das Programm LMPC (Little Movie Processing Centre) des Leipziger Programmierers und Physikers Uwe Girlich. Seit 1996 haben Spiele-Liebhaber die Möglichkeit, mit Hilfe von speziellen Programmiergerüsten, so genannten Game-Engines, ihren Spielverlauf aufzuzeichnen und einen eigenen Film zu erstellen. Hierbei werden sowohl die gewohnte Umgebung, als auch ausgewählte Spielfiguren des Computerspiels genutzt.

Im Rahmen der play13, dem 6. Festival für kreatives Computerspielen, haben Games-Interessierte die Chance, an einem Machinima-Workshop in Hamburg teilzunehmen. Vom 18. bis 20. September führen Profis durch den siebenstündigen Übungskurs bis hin zum fertigen Film. Was genau dort passiert, erzählt Kursleiterin Kathrin Joswig: "Wir führen Schritt für Schritt durch die Produktion bei diesen Filmen. Angefangen wird wie bei jedem anderen Film auch: Man braucht zuerst einmal eine Idee, worum es in dem Film gehen soll. Dazu wird ein kleines Drehbuch entwickelt, mit Notizen zur Handlung und den Charakteren. Es wird in der Regel auch ein kleines Storyboard entworfen, das visuell schon mal darstellt, wie die Handlung dann abläuft. Anschließend zeigen wir, wie man mit Hilfe von so einigen kleinen technischen Tricks das alles am besten bildnerisch einfängt."

Ziel des Workshops, in dem mit dem Computerspiel SIMS gearbeitet wird, ist ein eigener Kurzfilm mit einer Länge von 30 bis 90 Sekunden. "Die Filme sind natürlich das geistige Eigentum von denjenigen, die ihn gemacht haben. Von daher können sie ihn natürlich mit nach Hause nehmen", erklärt Kathrin Joswig. Die Initiative Creative Gaming, unter deren Leitung der Kurs stattfindet, bietet außerdem die Veröffentlichung der Machinimas auf ihrem Youtube-Kanal "Inside Creative Gaming" an.

Das Festival hat jedoch nicht nur Machinima-Produktionen, sondern auch Vorstellungen im Angebot. Im kommunalen Hamburger Kino Metropolis werden täglich ab 14 Uhr die unterschiedlichsten Machinima-Filme aus Deutschland und der Welt, von Schülern sowie Profis gezeigt.

Medienpädagogin Kathrin Joswig möchte auch in diesem Jahr neues Potential für die Leinwand zu entdecken. "Was wir hoffen, ist, dass wir vielleicht während der play13 Produktionen mitbegleiten können, die dann zum Nachwuchsfestival "abgedreht" im Dezember eingereicht werden können. Je nachdem wie sehr sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ins Zeug legen, können sie vom abgedreht-Team ausgewählt werden und ihre Filme laufen dann tatsächlich auch mal im Metropolis-Kino."

Eine bestimmte Vorerfahrung oder Spielkenntnis wird für die Teilnahme am Workshop nicht vorausgesetzt. Wer also Lust hat, mit Hilfe eines Computerspiels einen eigenen kleinen Film zu drehen und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, ist hier herzlich willkommen. Kathrin Joswig freut sich bereits auf einen spannenden Workshop. "Das ist ne ganz große Chance mit so einfachen und gleichzeitig so vielfältigen Mitteln von den Sims oder ähnlichem einen Film zu machen, der in ganz kurzer Zeit knackig eine ganz tolle Geschichte erzählt. Wenn man sich darauf einlässt und darauf Lust hat, dann macht das einen riesigen Spaß!"

Weitere Informationen zu dem Angebot der play13 sowie das Anmeldeformular zum Workshop sind unter folgendem Link zu finden:
http://creative-gaming.eu/play13

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