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Samuel Feuerstein arbeitet mit der Kamera © TIDE gGmbH

Ein Beruf fürs Leben!

Der Volontär bei der Jugendredaktion Schnappfisch unterstützt die Jugendlichen von der ersten Recherche bis hin zum Schneiden

Samuel Feuerstein hat den Bachelor-Studiengang Skandinavistik und europäische Ethnologie/Volkskunde in Kiel absolviert und ist seit September 2012 als medienpädagogischer Volontär bei TIDE in der Jugendredaktion „Schnappfisch“ tätig. Im Interview spricht der 27-jährige darüber, wie er zu TIDE gekommen ist, was er dort macht und warum ihn gerade die Medienpädagogik reizt.

Mediennetz: Welche Schlüsselereignisse haben dich denn zu TIDE geführt?

Samuel Feuerstein: Wie das meistens so ist in der Journalismus-Branche. Achtzig Prozent Zufall beziehungsweise Glück – zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Es war einfach so, dass ich gesagt habe, mein Studium ist fertig, jetzt wird es Zeit, wirklich was mit Medien zu machen. Ich habe geguckt, was gibt es so, habe TIDE gefunden, habe mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur beworben und bin genommen worden.

Mediennetz: Wie kommt man zu dem Job als Volontär bei Schnappfisch?

Samuel Feuerstein: Man muss auf jeden Fall Erfahrungen mitbringen. Entweder in pädagogischer Hinsicht oder in journalistischer Hinsicht und im besten Fall in beiden. Außerdem muss man ein abgeschlossenes Studium haben. Ich hatte durch mein FSJ Kultur schon Erfahrungen im Journalismus und durch mein Zivildienst erste pädagogische Erfahrungen sammeln können.

Mediennetz: Wie sieht deine Tätigkeit bei Schnappfisch aus?

Samuel Feuerstein: Also im Abspann werde ich immer als Redaktionsleiter bezeichnet. Das trifft es ganz gut. Wobei so etwas auch immer im Gespräch mit Nils Krause stattfindet. Offiziell ist Nils Projektleiter und ich Redaktionsleiter von Schnappfisch. Im Endeffekt arbeiten wir sehr eng zusammen. Der typische Arbeitstag hängt ganz davon ab, in welcher Phase der Schnappfisch-Sendung wir uns befinden. Wir bekommen viele Anfragen von irgendwelchen Veranstaltern. Da überlegen Nils und ich dann schon grob mal vor, was man machen könnte, schlagen das dann den Jugendlichen bei den Treffen vor, sofern sie keine eigenen Vorschläge haben. Letztendlich entscheiden die aber vollkommen selbstständig, was sie machen wollen. Was Vorrecherche und Drehplanung angeht, machen Nils und ich ziemlich viel, weil die Jugendlichen da häufig nicht die Zeit und auch nicht das Selbstbewusstsein haben, das selber durchzuziehen.

Mediennetz: Und wie eure Arbeit bei den Drehs aus?

Samuel Feuerstein: Auch da ist es nicht so, dass Nils als Projektleiter vor dem Schreibtisch sitzt und nicht bei den Drehs dabei ist. Bei den Drehs sind wir entsprechend unterstützend tätig. Gerade bei jüngeren, unerfahrenen Schnappfischen ist es häufig auch so, dass wir die Kamera machen und erst einmal zuschauen lassen. Je erfahrener die Schnappfische sind, so selbstständiger bedienen sie die Kamera. Beim Schnitt ist der Idealfall so, dass wir auch nur unterstützend tätig sind. Faktisch ist es so, dass wir da auch relativ viel mit anpacken, weil eine komplette Sendung schon aus fünf bis sechs Beiträgen besteht und das schaffen die Jugendlichen einfach nicht alles komplett selbst zu schneiden.

Mediennetz: Was interessiert dich an der Medienpädagogik?

Samuel Feuerstein: An der Medienpädagogik reizt mich die Verbindung von Journalismus und pädagogischer Arbeit. Mir macht die Arbeit mit Jugendlichen Spaß. Mir macht es Spaß, Sachen zu erklären. Aber mir macht es genauso Spaß journalistisch tätig zu sein.

Mediennetz: Und was reizt dich speziell an Schnappfisch?

Samuel Feuerstein: An Schnappfisch speziell mag ich, dass da ein ganz enger Kontakt zu den Jugendlichen ist, dass man sehr viel direkt mit den Jugendlichen zusammen arbeitet, gerade was die Moderation angeht. Es ist wenig Verwaltungsarbeit, sodass man ständig mit den Jugendlichen zusammen arbeitet. Hinzu kommt, dass die Jugendlichen bei Schnappfisch freiwillig hierher kommen, weil sie Lust haben. Das merkt man.

Mediennetz: Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?

Samuel Feuerstein: Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, den Beruf mein Leben lang zu machen. Was ziemlich cool ist, weil ich echt immer gedacht habe, dass es so etwas gar nicht gibt. Ich dachte mir bei den Berufen, die mir bisher so durch den Kopf gegangen sind: ja, ist cool, aber willst du das wirklich dein Leben lang machen? Und mit Medienpädagogik habe ich echt etwas gefunden, bei dem ich bis jetzt immer noch denke, damit kann ich den Rest meines Lebens mein Geld verdienen. Ich möchte einen Job haben, bei dem ich Spaß habe und bei dem ich den Eindruck habe, dass ich etwas Sinnvolles mache, was mir beim Journalismus gefehlt hat. Man macht das beim Journalismus für sich selber, wenn man nicht gerade den super investigativen Journalismus macht und irgendwelche Wirtschaftsskandale aufdeckt. Bei der Medienpädagogik habe ich wirklich den Eindruck, ich tu etwas, wovon andere direkt einen Nutzen haben.

(LASSE HÄUSGEN)

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