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Portrait Klickerkids-Reporter Leopold Lingenberg

Klickerkids-Reporter über Jugendliche im Netz

Der 13-jährige Leopold über seine Lieblingsseiten, soziale Netzwerke und worauf es beim Surfen ankommt

Viele Jugendliche kennen sich mit PC, Internet, iPod und Smartphone bestens aus. Aber wie und wofür verwenden sie den Computer und andere internetfähige Geräte? Und was denken sie über ihren Nutzen oder mögliche Gefahren?
Leopold Lingenberg, Schüler der 8. Klasse, hat dieses Jahr zum sechsten Mal bei der Internetzeitung Klickerkids mitgemacht und gehört damit schon zu den alten Hasen des Projekts. Während der Projektwoche hat er dem Mediennetz über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Computer und dem Internet erzählt
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Mediennetz: Woher hast du deine Computer- und Internetkenntnisse?

Leopold: Es gab in der Grundschule Computerkurse, wo man das Nötigste gelernt hat, wie man auf Seiten kommt zum Beispiel. Einen großen Teil weiß ich auch über Projekte wie Klickerkids oder Stadtteilwelt (monatlich erscheinende, von Kindern und Jugendlichen gestaltete Extraseite im Barmbeker Wochenblatt, Anm. d. Red.) und den Rest habe ich mir selbst beigebracht.

Mediennetz: Hast du auch andere technische Geräte?

Leopold: Mein iPod. Mit meinem iPod kann ich direkt in den Chat, ohne den lange hochfahren zu müssen und das ist auch die Hauptfunktion von meinem iPod. Und mein Handy, aber das verwende ich eigentlich nur zum Telefonieren und SMS schreiben.

Mediennetz: Wie viele Stunden bist du wöchentlich im Internet?

Leopold: Sieben Stunden ungefähr.

Mediennetz: Wofür nutzt du das Internet?

Leopold: Für Spiele, aber nicht so häufig, sondern eher für YouTube und für die Recherche.

Mediennetz: Nach was recherchierst du im Internet?

Leopold: Ich bin einmal wöchentlich in einer Jugendgruppe, im Jugendprojekt Stadtteilwelt, und dafür schreibe ich Artikel. Wir machen im Barmbeker Wochenblatt Kolumnen zu Themen, die mit Barmbek zu tun haben. Meinen neuen Artikel schreibe ich über die Klickerkids.

Mediennetz: Nutzt du das Internet auch für die Schule?

Leopold: Ja, wenn ich zum Beispiel eine Bewerbung schreiben muss. Im Moment muss ich eine schreiben für mein Betriebspraktikum 2014.

Mediennetz: Was sind deine Lieblingsseiten im Internet?

Leopold: YouTube und GMX. Auf YouTube schaue ich mir vor allem Let's Play-Videos an. Ich mag es zuzuschauen, wie Leute Spiele spielen, die ich nicht spielen kann. Damit ich auch etwas darüber weiß. Und es bringt mir auch Spaß, was sie machen. Das ist fast so, als würde man selbst spielen. Früher fand ich es auch immer gut, wenn ich meiner Schwester zugekuckt habe beim Spielen.

Mediennetz: Bist du auch auf Facebook?

Leopold: Ich darf nicht auf Facebook.

Mediennetz: Sind deine Freunde auf Facebook?

Leopold: Ja.

Mediennetz: Was mögen deine Freunde an Facebook?

Leopold: Mit Freunden chatten und Leute anschauen, die lustige Sachen posten. Man kriegt auch Neuigkeiten mit, die man ansonsten nicht oder erst später mitbekommen würde.

Mediennetz: Sind deine Freunde auf Facebook mit ihren echten Namen?

Leopold: Ja, eigentlich schon. So was würde ich nicht machen, also meinen echten Namen angeben. Vielleicht meinen Vornamen, aber meinen Nachnamen nicht.

Mediennetz: Was sind deiner Meinung nach die Vorteile des Internets?

Leopold: Man gelangt schnell an Informationen, ohne in eine Bibliothek zu gehen - die meisten Informationen sind auch nicht in einer Bibliothek zu finden. Und man kann leicht kommunizieren.

Mediennetz: Und die Nachteile?

Leopold: Cybermobbing, Verträge, die man unbewusst abschließt und auch Suchtgefahr, weil man dann die ganze Zeit im Internet herumhängt und spielt. Das ist bei manchen Leuten so. Wenn man zum Beispiel in der Schule in der Pause in den Computerraum dürfte, dann kenne ich Leute, die dann die meiste Zeit im Computerraum verbringen und spielen würden. Das gilt auch für Leute, die keinen PC mit Internet haben. Ich habe zum Beispiel einen Freund, der hat Spiele auf seinem iPod und fand das am Anfang total toll und findet die Spiele jetzt nur noch langweilig. Aber der Rest findet das immer noch toll, weil die keinen iPod haben.

Mediennetz: Was halten deine Eltern vom Internet?

Leopold: Sie finden, dass es ein sehr nützliches Medium ist, vor allem für die Recherche, aber dass es auch viele Gefahren birgt.

Mediennetz: Was befürchten deine Eltern?

Leopold: Dass ich zum Beispiel einen Vertrag abschließe, ohne es zu wissen oder dass ich cybergemobbt werde oder dass ich von Spielen süchtig werde.

Mediennetz: Wie versuchen deine Eltern da einzugreifen?

Leopold: Ich darf nur mit ihrer Erlaubnis ins Internet vom Computer aus und ich darf nur eine halbe Stunde pro Tag an den Computer.

Mediennetz: Wie stehst du persönlich zu den Debatten über die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche?

Leopold: Also, ich glaube auch, dass Internet gefährlich sein kann, aber die meisten Webseiten sind harmlos. Man muss sich schon ziemlich blöd anstellen, um da ungewollte Kosten zu verursachen. Solange man die üblichen Seiten nutzt, gibt es eigentlich keine große Gefahr. Außerdem ist Internet auch gut für Schulprojekte.

Mediennetz: Was bringt ein Projekt wie Klickerkids deiner Meinung nach?

Leopold: Man wird sich bewusst, dass man im Internet in viele Fallen tappen kann, zum Beispiel mit Verträgen. Man lernt auch, was es mit der Werbung auf sich hat und mit Datenspeicherung und Datenschutz. Und man macht selbst Reportagen, führt Interviews und das ist auch immer eine neue Erfahrung. Man lernt Webseiten zu bauen und dass man das Internet nicht nur nutzen kann, sondern selber informative Artikel online zu erstellen.

(NATALIE NEUDERT)

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